Erstellt am 19. Juli 2017, 06:36

von Wolfgang Millendorfer

Neue KRAGES-Dokumente. „Etappensieg“ für Ex-KRAGES-Chef Schnedl. Vor Fortsetzung des Arbeitsrecht-Prozesses sind nun neue Details aufgetaucht. Von Wolfgang Millendorfer

René Schnedl  |  Wolfgang Millendorfer

Der Prozess um die Entlassung von René Schnedl als Geschäftsführer der Krankenanstalten-Gesellschaft (KRAGES) geht erst im September weiter; an einem Nebenschauplatz bekam er nun vor Gericht recht: Der Besitzstörungsklage gegen zwei KRAGES-Vertreter wurde stattgegeben.

Wie berichtet, hatten ein Rechtsanwalt und ein Wirtschaftsprüfer im April die Kündigung an Schnedls Privatwohnsitz überbracht und hätten diesen „nach mehrmaliger Aufforderung nicht verlassen“, so die Auffassung des Gerichtes. Die beklagte Partei meldete jedoch Rechtsmittel an und sieht die Sache anders: Das Grundstück habe man nie betreten und das Entlassungsschreiben in den Postkasten geworfen.

Dubiose Rechnung um „verkaufte“ Dienstautos

Zur „Causa KRAGES“ tauchten nun Dokumente auf, die auch an die Volksanwaltschaft ergangen sind. Unter anderem finden sich darin Details zur Abfindung des Personaldirektors, der die KRAGES im Februar verlassen hat. Über die Höhe der Zahlung wurde Stillschweigen vereinbart; im Landtag wurde diese thematisiert und mit 90.000 Euro beziffert.

In einem der BVZ vorliegenden Schreiben der KRAGES an das Land hält Schnedl fest, dass die Abfindung nur abgewickelt werden könne, wenn dafür sowohl der Firmenwagen des Personaldirektors als auch jener des Geschäftsführers Schnedl verkauft werden.

Seitens der KRAGES heißt es, diese Darstellung sei falsch: „Der Geschäftsführer hatte im Personalbereich genügend freie Mittel. Sein Dienstwagen wurde abgegeben, weil ein neuer bereits geliefert wurde.“ Auch weitere Behauptungen gegenüber der Volksanwaltschaft seien „haltlos“. Schnedl selbst will zum laufenden Verfahren kein Statement abgeben, wies zuletzt aber alle Vorwürfe von sich.