Erstellt am 24. Februar 2012, 09:50

Ramprecht/Grasser-Medienprozesse vertagt. Der medienwirksame Streit zwischen Ex-Finanzminister Grasser und seinem früheren Ministeriumsmitarbeiter, Michael Ramprecht, macht Pause. Darauf haben sich die beiden Parteien auf Vorschlag von Richterin Nicole Baczak am Freitag vor Gericht verständigt. Baczak hatte die Vorgangsweise nahegelegt, weil mittlerweile enorme Justiz-Ressourcen durch die Causa Buwog gebunden seien.

Der medienwirksame Streit zwischen Ex-Finanzminister Grasser und seinem früheren Ministeriumsmitarbeiter, Michael Ramprecht, macht Pause. Darauf haben sich die beiden Parteien auf Vorschlag von Richterin Nicole Baczak am Freitag vor Gericht verständigt. Baczak hatte die Vorgangsweise nahegelegt, weil mittlerweile enorme Justiz-Ressourcen durch die Causa Buwog gebunden seien.

Der für Freitag angesetzte Verhandlungstermin wurde nach gut einer Viertelstunde beendet. Damit ruhen inzwischen alle wechselseitigen Medienverfahren, bis es zu einer Klärung in dem erwarteten Strafprozess in der Causa Buwog kommt.

In dem Strafprozess geht es um ein Interview Grassers mit "Money.at", das zur Tageszeitung "Österreich" gehört. Darin stellte Grasser Ramprecht als einzigen Belastungszeugen gegen ihn dar. Betitelt mit "Jetzt schlägt Grasser zurück" sagte der Ex-Finanzminister, das Buwog-Verfahren beruhe "nur auf der Zeugenaussage eines nachweislich psychisch labilen Ramprecht, der sich offensichtlich rächen will, weil ich seinen Job nicht verlängert habe. Ich bin mir ja mittlerweile fast sicher, dass die Polizei die bei ihm gefundenen Tonbänder deshalb nicht auswertet, weil sie beweisen würden, dass dieser Mensch dringend psychische Hilfe benötigen würde". Im Gegensatz zu Grasser wurde das Medium von Ramprecht nicht geklagt.

Die Konfrontation zwischen Grasser und Ramprecht hat sich im Herbst 2009 öffentlich entzündet. Ramprecht hatte in einem "profil"-Interview von einem "abgekarteten Spiel" bei der Vergabe des Auftrags zur Begleitung der Buwog-Privatisierung an die US-Investmentbank Lehman Brothers gesprochen. Grasser sah sich in seiner Ehre beleidigt und klagte Ramprecht und das "profil" wegen Übler Nachrede.