Erstellt am 21. März 2013, 12:51

Rassismus im Internet gestiegen. Im Jahr 2012 ist die von ZARA registrierte Zahl rassistischer Diskriminierungen von Dienstleistern und öffentlich Bediensteten sowie im Internet weiter gestiegen.

Die Beratungsstelle für Opfer und ZeugInnen von Rassismus präsentierte den Report über die gemeldeten Fälle im Vorjahr. Daraus geht hervor, dass vor allem in Foren, Postings und sozialen Netzwerken beschimpft und gehetzt wird.

"Türken kotzen mich an", sagte etwa eine Lehrerin vor der Klasse oder, "Hau ab, Du schwarzer Affe", ein Taxifahrer. Die Beispiele an Alltagsrassismus seien mannigfaltig und "erschreckend", stellte ZARA-Geschäftsführerin Claudia Schäfer fest. Von den Vorfällen im Bildungsbereich zeigte sie sich "geschockt", zumal gerade Lehrende eine Vorbildfunktion haben. Oft würden sich Schüler vor Konsequenzen im weiteren Unterricht fürchten und folglich keine Meldung über Vorfälle erstatten.

Die Gesamtzahl der 2012 von ZARA dokumentierten rassistischen Vorfällen belief sich auf 772. 16 Prozent entfielen dabei auf den Öffentlichen Raum, 22 Prozent auf das Internet und ebenso viele auf den Bereich "Güter und Dienstleistungen". Negativ aufgefallen sind auch Exekutivbeamte, acht Prozent entfielen auf die Polizei, oder auf "Politik und Medien" (sieben Prozent). Rassismus als Reaktion auf die Anti-Rassismus-Arbeit wird ebenfalls verzeichnet (vier Prozent).

Die Kategorie Internet verzeichnete im Vergleich zum Jahr davor einen Anstieg von drei Prozentpunkten. Islamophob, neonazistisch und antisemitisch - in Foren, Postings oder auf Portalen wird ungezügelt gegen Minderheiten gehetzt und geschimpft. Besonders problematisch sei, dass sich Gerüchte und Postings via Internet zu Selbstläufern entwickeln können.

Gezielt würden etwa auch Facebook-Gruppen gegründet, um gegen Migranten zu schimpfen, erklärte Wolfgang Zimmer von der Beratungsstelle. Die Strafverfolgung von "Cyber hate" sei schwierig, wenn etwa Provider im Ausland sitzen und andere Gesetze gelten.