Erstellt am 14. Juli 2011, 11:26

Rauch-Kallat über Einigung bei Bundeshymne erfreut. Ex-Frauenministerin Rauch-Kallat hat sich nach der Einigung zwischen ÖVP, SPÖ, Grünen sowie (im Grundzug auch) dem BZÖ auf eine Änderung der Bundeshymne erfreut gezeigt. In mehreren Interviews erklärte die ÖVP-Politikerin, sie freue sich über ihren Erfolg. Das Vorgehen der ÖVP-Frauen, die den Antrag in einer "Geheimaktion" an der Klubführung vorbei eingebracht hatten, verteidigte sie.

Die Frage, ob in der Hymne auch das Wort "Töchter" vorkommen soll, sei sicher nicht die wichtigste, sagte Rauch-Kallat in mehreren Interviews. Die Bundeshymne habe aber "Symbolkraft", sagte sie gegenüber der "Presse". Daher sei es vielen Frauen ein Anliegen, "diese sprachliche Diskriminierung in der Hymne zu beseitigen". Gegenüber dem "Standard" sagte sie, die Zeit sei diesmal reif gewesen: "Wann, wenn nicht jetzt?"

Das Vorgehen der ÖVP-Frauen verteidigte Rauch-Kallat. Wenn man "eine lange Diskussion im Klub und dann mit dem Koalitionspartner" geführt hätte, wäre sich die Einbringung des Antrags in ihrer Parlaments-Zeit nicht mehr ausgegangen, sagte sie.

"Ich hatte nichts zu verlieren. Und dieser Protest der ÖVP-Abgeordneten im Parlament, der stattgefunden hat, hat nur das Gegenteil von dem bewirkt, was beabsichtigt war." Einige männliche ÖVP-Abgeordnete hatten am Freitagabend mit Dauerreden einen letzten Auftritt Rauch-Kallats im Plenum verhindert, nachdem die ÖVP-Frauen den Antrag an der Klubführung vorbei mit den Kolleginnen von SPÖ und Grünen verfertigt und am Freitagabend vergangener Woche im Plenum eingebracht hatten. Der Antrag sieht vor, dass es in der Hymne statt "Heimat bist du großer Söhne" künftig "Heimat großer Töchter, Söhne" heißen soll.

Trotz der ÖVP-internen Widerstände wurde dann am Dienstag die Einigung zwischen ÖVP, SPÖ und Grünen verkündet. Auch der ÖVP-Klub stehe nun geschlossen hinter den Plänen, hieß es. Auch im BZÖ erklärte man am Donnerstag gegenüber der APA, einer "Modernisierung" der Hymne nicht im Weg stehen zu wollen, forderte aber einen "Ideenwettberwerb österreichischer Literaten" zur genauen Textfindung.