Erstellt am 31. Mai 2015, 18:50

von NÖN Redaktion, Wolfgang Millendorfer, Michaela Grabner und Richard Vogler

Reaktionen der Wahlkampf-Manager. Während bei den Großparteien die Verluste schmerzhaft zur Kenntnis genommen werden, freuen sich Grüne und die FPÖ.

Robert Hergovich (SPÖ): »Überall wo Leute sind, dort sind auch wir.«  |  NOEN, Millendorfer

Hans Niessl (SPÖ-Chef, Landeshauptmann):
"Partystimmung ist etwas anderes. Mit dem Ergebnis habe ich tatsächlich nicht gerechnet. Aber man muss das Wahlergebnis so nehmen, wie es ist. Die Gründe für die Verluste gehören analysiert und die konkrete Politik darauf ausgerichtet. Ich glaube, man muss diese Sorgen, diese Ängste, die die Menschen haben, ernst nehmen und eine entsprechende Politik machen. Ich glaube, wir haben natürlich die richtigen Themen angesprochen, weil die Sorge um den Arbeitslatz, steigende Arbeitslosigkeit eine berechtigte ist. Jetzt müssen wir schauen, dass wir für die neue Periode, eben diese Probleme, Sorgen der Menschen, auch am Arbeitsplatz, in der Wirtschaft, entsprechend berücksichtigen. Hätten wir andere Themen angesprochen, würde es so sein, wie in der Steiermark. Bei uns wird die FPÖ weiterhin die schwächste in Österreich sein, obwohl sie zulegen. In der Steiermark ist das ganz dramatisch. Wir werden am Montag um 9 Uhr wieder im Büro sein, Landesparteipräsidium sowie Landesparteivorstand haben und analysieren, ob meine Analyse die richtige ist, die ich jetzt spontan treffe. Vielleicht gibt es da auch noch Zusätze und Änderungen. Aber vom Grundsatz her werden wir das schon morgen genau analysieren. Wir werden unser Verhandlungsteam nominieren und morgen geht schon wieder die Arbeit weiter. Für die nächsten Tage gibt es eine strukturierte Vorgangsweise. Es gibt zunächst erstens die Analyse, die wird morgen schon stattfinden. Zweiter Punkt ist die Schwerpunktsetzung, also die Eckpunkte für Koalitionsverhandlungen bzw. Sondierungsgespräche. Der dritte Punkt sind dann die Koalitionsverhandlungen, wo man über Ressortaufteilungen spricht, wo man dann über Personen spricht. Aber Punkt 1 und 2 ist mal abzuabreiten und zwar möglichst rasch, um in Sondierungsgespräche eintreten zu können und in weiterer Folge auch um in Koalitionsverhandlungen eintreten zu wollen. Die ersten beiden Punkte müssen in den ersten 14 Tagen umgesetzt werden."

Franz Steindl (ÖVP-Chef) gegenüber BVZ.at:
"Es gibt nichts zu beschönigen bei diesem Ergebnis, wir müssen jetzt in Ruhe analysieren. Personelle Veränderungen sind nicht das Thema!"

Regina Petrik (Grünen-Spitzenkandidatin) gegenüber BVZ.at:
"Ich bin sehr gut gelaunt, weil wir unser Ziel - das beste Ergebnis im burgenland - erreicht haben. Ein Qualitätssprung ist auch, dass wir in kleineren Gemeinden ebenfalls zulegen konnten. Damit sind die Grünen in allen Teilen des Landes angekommen."

Hans Tschürtz (FPÖ-Chef):
"Ich bin euphorisch und tief ergriffen. Das Ergebnis zeigt schon, dass es eine Wende geben muss. Vielleicht auch mit der freiheitlichen Partei in der Regierung."

Robert Hergovich (Landesgeschäftsführer SPÖ): 
"Danke an alle Fraktionen die mitgekämpft haben. Es war ein fairer Wahlkampf.  Die Verluste sind unerfreulich. Aber wer uns kennt weiß, dass wir morgen beginnen das Ergebnis aufzuarbeiten. Die Bundesthemen haben uns sehr geschadet. Einen Fehler im Wahlkampf habe ich keinen gesehen. Hinsichtlich Koalition gilt das, was vor der Wahl gesagt wurde." 

Christian Sagartz (Landesgeschäftsführer ÖVP): 
"Wir haben im Mai sehr intensiv und fair wahlgekämpft. Es benötigt hier neue Antworten auf politische Fragen. An Spekulationen beteilige ich mich nicht, bis die letzten Wahlzettel ausgezählt wurden." 

Christian Riess (Landesgeschäftsführer FPÖ): 
"Wir haben uns bemüht einen ruhigen aber sachlichen Wahlkampf zu führen. Wir sind überglücklich über den Zuspruch. Wir sind auf Rekordkurs. Wir haben jene Themen aufgezeigt, die die Bevölkerung auch brennen. Es brauchte keine radikalen Parolen. Ich wüsste nicht, wie man das Wahlergebnis anders interpretieren könnte, als dass es ein Ruf nach blauer Regierungsbeteiligung ist."

Anita Mally (Landesgeschäftsführerin GRÜNE): 
"Wir sind mit einem Mandat gestartet und haben jetzt zwei. Wir haben uns ein drittes Mandat erhofft, freuen uns aber sehr. Wir haben uns in kleinen Gemeinden verdoppelt bzw. verdreifacht. Eine Regierungsbeteiligung gemeinsam mit der FPÖ schließen wir auch weiterhin aus."

Rouven Ertlschweiger (Stronach-Nationalrat, der mit dem LBL/Bündnis Liste Burgenland antrat) in einer ersten Reaktion gegenüber BVZ.at:
"Ich war mit Manfred Kölly sehr viel im Land unterwegs und da hat man gemerkt, die Menschen sind angesäuert. Ich bin jetzt gespannt, wie ernst die Großparteien diesen Auftrag der Wähler nehmen."

Christian Schreiter, Spitzenkandidat der NEOS:
„Wir wussten immer, dass es für NEOS im Burgenland schwer werden würde. Hier sind die Parteistrukturen besonders verkrustet, hier regiert Niessl wie ein Gutsherr. Wir sind angetreten, weil wir zeigen wollten, dass es tausende von mutigen Bürger_innen im Burgenland gibt, die ihr Land erneuern wollen. Heute haben wir den Einzug nicht geschafft, aber wir machen weiter. Die Grünen haben im Burgenland im vier Anläufe gebraucht, um in den Landtag zu kommen. Wir haben heute den Einzug in den burgenländischen Landtag verfehlt, aber NEOS machen im Burgenland natürlich weiter. Wir haben pinke Wurzeln im Burgenland geschlagen. Bei der Gemeinderatswahl im Jahr 2017 treten wir wieder an. Das Burgenland braucht Erneuerung – es ist ein längerer Prozess. Denn unsere Leidenschaft für die Erneuerung ist ungebrochen.”

Nationalrat Niki Berlakovich, Bundesminister a.D. (ÖVP):
„Das Ergebnis ist für beide großen Parteien sehr unerfreulich und nach genauer Analyse der Ergebnisse müssen die richtigen Konsequenzen daraus gezogen werden.“