Erstellt am 06. März 2013, 00:00

Reaktionen. wird den Nationalratswahlkampf leiten. Parteifreunde im Burgenland loben diesen Schritt.

Da war‘s nur noch einer: Nach Darabos’ Regierungs-Abgang ist Nikolaus Berlakovich (l.) der einzige „Burgenland-Minister“.Bernhard Fenz  |  NOEN

Das ungeliebte Amt hat ein Ende gefunden: Nach sechs Jahren tritt Norbert Darabos als Verteidigungsminister ab und übernimmt einmal mehr den Posten des Bundesgeschäftsführers in der SPÖ. Als solcher soll er seine Partei im kommenden Nationalratswahlkampf im Herbst zum Sieg führen.

Beschlossen wurde die Umbesetzung mit dem Rückenwind des SPÖ-Wahlerfolges in Kärnten und im Angesicht der Wahlschlappe in Niederösterreich (siehe Seite 6). In einer Sonderpräsidiumssitzung wurde der Wechsel von der Parteispitze offiziell gemacht.

Dienstagvormittag (vor Redaktionsschluss) galt Gerald Klug, bislang Fraktionsführer im Bundesrat, als designierter Da-rabos-Nachfolger im Verteidigungsministerium. Für den abkommandierten SPÖ-Geschäftsführer Günther Kräuter galt Peter Kostelkas Volksanwalts-Posten als fix.

„Verbessert Chancen für die Nationalratswahl!“ 

In ersten Reaktionen wurde die Entscheidung der Bundes-SPÖ auch im Burgenland ausdrücklich begrüßt: „Die Wahlerfolge, zu denen Norbert Darabos bisher beigetragen hat, stimmen für die Nationalratswahl optimistisch“, lobt Landeshauptmann Hans Niessl den „ausgezeichneten Strategen“.

Dass der einzige „Burgenland-Minister“ mit Nikolaus Berlakovich nunmehr aus den Reihen der ÖVP kommt, stört nicht: „Wer einen erfolgreichen Wahlkampf führt, hat auch gute Chancen, wieder Minister zu werden“, blickt Niessl in eine mögliche Darabos-Zukunft.

Dass Bundeskanzler Werner Faymann innerhalb der SPÖ zuletzt verstärkte Kritik in Sachen Bundesgeschäftsführung zu spüren bekam, zeigt sich in den Reaktionen ebenfalls. Landesrat und Oberpullendorfs Bezirksparteichef Peter Rezar jedenfalls meint: „Die SPÖ braucht wieder mehr Profil nach innen und nach außen. Die Löwelstraße muss wieder eine politische Adresse werden. Norbert ist da ein absoluter Profi.“ Den Wahlkampf, so Rezar, könne Darabos „um Lichtjahre besser“ als das derzeitige Management führen.

Spannend bleibt es für die SPÖ aber auch im Verteidigungsministerium: Wurde schon nach der verlorenen Wehrpflicht-Volksbefragung über einen Abgang des „glücklosen“ Norbert Darabos gemunkelt, so gilt es nach wie vor, mit der ÖVP die Heeresreform durchzubringen.

Die ÖVP will „eine echte Heeresreform“

Darabos’ Nachfolger nimmt ÖVP-Landesvize Franz Steindl in jedem Fall bereits jetzt in die Pflicht: „Wir erwarten uns einen wirklichen Reformschub beim Bundesheer.“ Niessl hält in diesem Zusammenhang fest, dass die im Burgenland gestarteten Heeres-Projekte ebenso weitergeführt werden müssten.



Reaktionen
„Aus Sicht der SPÖ ist das eine gute Entscheidung. Norbert Darabos hat schon in der Vergangenheit gezeigt, dass er prädestiniert dazu ist, einen professionellen Wahlkampf zu führen. Wer einen guten Wahlkampf führt, hat auch gute Chancen, wieder Minister zu werden.“
Landeshauptmann Hans Niessl

„Der Wechsel ist absolut notwendig. Er kann einen Wahlkampf vorbereiten – um Lichtjahre besser als das derzeitige Team.“
Landesrat Peter Rezar

„Wir nehmen die Entscheidung der SPÖ zur Kenntnis und erwarten uns, dass jetzt ein wirklicher Reformschub durch das Bundesheer geht.“
Landesvize Franz Steindl