Erstellt am 10. Dezember 2013, 12:56

von Bettina Eder

Rechenfehler bei der Neuen Mittelschule?. Rechnungshofbericht stellt Neuer Mittelschule kein gutes Zeugnis aus. SPÖ glaubt dennoch an „Erfolgsmodell“: „Schüler profitieren.“

Von Bettina Eder

Bürokratisches Chaos, teure Eigen-PR, Ineffizienzen, verzerrte Statistiken – der Rohbericht des Rechnungshofes stellt dem Modell der Neuen Mittelschule, dem Prestigeprojekt von SPÖ-Ministerin Claudia Schmied, kein gutes Zeugnis aus. Vorreiter bei diesem Modellversuch war und ist das Burgenland. Es ist das einzige Bundesland, das mit diesem Schuljahr seine Hauptschulen komplett auf NMS umgestellt hat.     

Der Rohbericht kritisiert nun ebendiese flächendeckende Umsetzung des Modellversuchs, die entgegen der eigentlich verpflichtenden Vorgabe im Schulorganisationsgesetz vor dem Vorliegen der Evaluierungsergebnisse stattfand – und das obwohl für die Evaluierung 1,5 Millionen Euro an Kosten amtlich sind. Ergebnisse konnten vom beauftragten Bundesinstitut für Bildungsforschung allerdings bis Ende März, dem Ende des Untersuchungszeitraumes des Berichtes, keine präsentiert werden.

Bericht schlug Wellen

Von November 2012 bis März 2013 hatten die RH-Prüfer das Projekt unter die Lupe genommen. Der Bericht schlug im Burgenland auch aus einem anderen Grund Wellen. Kritik wird nämlich auch an einer Vergabe an die Pädagogische Hochschule (PH) Burgenland geübt. Diese war – laut Bericht „entgegen dem Bundesvergabegesetz – mit der Durchführung des Projektes E-Learning beauftragt worden.“. Die private Stiftung PH rechnete rund zwei Millionen Euro ab und das ohne nähere Angaben bzw. Rechnungen von Subunternehmen, so der Bericht.

Kritik kam ob des Berichtes auch von ÖVP-Landesvize Franz Steindl, der betonte, dass seine Partei dem Konzept schon immer kritisch gegenübergestanden sei. Für SP-Klubobmann Christian Illedits wiederum ist die Neue Mittelschule dennoch ein Erfolgsmodell, bei dem vor allem die Schüler profitieren.