Erstellt am 06. Juni 2012, 14:14

Rechnungshof - Tschürtz: Kontrollausschuss am 25. Juni. Nach der Anhörung der Kandidaten für das Amt des Burgenländischen Landesrechnungshof-Direktors am Montag soll bei Parteiengesprächen ein Konsens für die Bestellung gesucht werden.

Die Freiheitlichen fordern weiter eine Neuausschreibung. Kontrollausschussobmann und FPÖ-Chef Johann Tschürtz hat für 25. Juni zu einer Sitzung des Ausschusses eingeladen, teilte er am Mittwoch mit. Er wolle, dass es zu einer positiven Lösung komme, sagte Tschürtz vor Journalisten. Einer der Bewerber für den Rechnungshof-Chefposten kritisierte indessen Umstände, unter denen die Anhörung stattgefunden habe.

Der Betriebswirt Christian Tomaschitz berichtete, beim Hearing vor den Mitgliedern des Kontrollausschusses seien allen Kandidaten sieben Fragen gestellt worden. Kurze Zeit, nachdem er mit seiner Beantwortung begonnen habe, habe er bemerkt: "Der eine hat angefangen, SMS zu schreiben. Der andere hat E-Mails gecheckt auf seinem Laptop, der nächste ist aufgestanden und rausgegangen. Einer wäre, glaub ich, fast eingeschlafen, wie ich gesprochen hab."

"Die haben mir bei weitem nicht den Respekt gezollt, den ich gehofft habe, dort zu bekommen", schilderte der Bewerber seine Eindrücke. Zudem hätten fünf der sechs Kandidaten im Rahmen des Assessment Center an Gruppenübungen teilgenommen, während sich ein Bewerber keiner Übung in der Gruppe gestellt habe.

Die Freiheitlichen wollen nun die Frage der Rechtmäßigkeit des am Montag abgehaltenen Hearings von Verfassungsjuristen prüfen lassen. Ein Neustart wäre für ihn jedoch die "sauberste Lösung", meinte Tschürtz.