Erstellt am 13. Juli 2012, 10:29

Regierung verspielt Transparenz-Bonus. Wie gewonnen, so zerronnen: Im Mai, unmittelbar nach der Bekanntgabe des Transparenzpakets, hatte die Regierung nach längerer Zeit wieder Vertrauen in der Bevölkerung gewonnen, mit diesem Trend ist es aber auch schon wieder vorbei.

 Im aktuellen APA/OGM-Vertrauensindex konnte die Regierungsspitze nicht weiter zulegen, und nur sieben Politiker haben überhaupt einen positiven Vertrauenssaldo erzielt. Befragt wurden am 9. Juli 500 Österreicher, ob sie die prominentesten Bundespolitiker vertrauenswürdig finden. Sowohl beim Ersten als auch beim Letzten auf der Rangliste ist dabei alles beim Alten: Bundespräsident Fischer führt die Liste mit einem Wert von 51 (-3) an, der Dritte Nationalratspräsident Graf sinkt um zehn auf -62. Laut OGM-Chef Bachmayer waren in Grafs Fall vor allem die Berichte über die Gertrud Meschar-Privatstiftung ausschlaggebend.

Sowohl Bundeskanzler Faymann als auch sein Vize Spindelegger liegen unter der vorigen Auswertung. Faymann kommt aktuell auf einen Wert von 2 (-2), Spindelegger auf 5 (-4). "Im Mai war die Stimmung besser durch das Transparenzpaket und die vermeintliche Kürzung der Parteienförderung. Aber das ebbte ab", so Bachmayer zur APA. Der Korruptions-Untersuchungsausschuss, der Proporz bei Postenbesetzungen sowie die stärker spürende Euro-Krise und der Beschluss des Euro-Rettungsfonds ESM führten nun zum Verschlechterungstrend, erklärte der OGM-Chef.

Auch in der Ministerriege ist wenig Aufwind zu verspüren. Noch im Plus rangieren Wirtschaftsminister Mitterlehner mit einem Wert von 9 (-1), Wissenschaftsminister Töchterle bei 6 (-5) und Frauenministerin Heinisch-Hosek (SPÖ) bei 2 (-2).

FPÖ-Chef Strache liegt bei -38 (-1). BZÖ-Obmann Bucher kommt auf einen Wert von -24 (+3). Die Grünen-Bundessprecherin Glawischnig rutscht mit einem Wert von -5 (-6) ins Minus: Bachmayer begründet dies vor allem mit der Zustimmung der Grünen zum ESM sowie der zunehmenden Diskussion von Rot-Grün.