Erstellt am 15. August 2013, 15:57

Regierungsspitze büßte seit 2008 an Vertrauen ein. Die Perfomance der Politiker in der zu Ende gehenden Legislaturperiode lässt sich auch an der Entwicklung des Vertrauens ablesen, das die Bevölkerung ihnen entgegenbringt.

Ein Analyse des APA/OGM-Vertrauensindex seit Antritt der Regierung 2008 zeigt, dass sowohl Bundeskanzler Faymann als auch Vizekanzler Spindelegger nach gutem Beginn im Laufe der Zeit deutlich an Vertrauen eingebüßt haben.

Hundstorfer und Mitterlehner halten Vertrauen

Am stabilsten gehalten haben Sozialminister Hundstorfer und Wirtschaftsminister Mitterlehner das in sie gesetzte Vertrauen. Von den Oppositionschefs kann nur die Grüne Bundessprecherin Glawischnig punkten.

Der Vertrauensindex bildet einen Saldo aus "Vertrauen" und "kein Vertrauen" (in Prozent) ab. Basis waren jeweils rund 500 Interviews unter Österreichern ab 16 Jahren.

Faymann ist mit einem überraschenden Wahlerfolg stark gestartet, analysiert OGM-Chef Wolfgang Bachmayer gegenüber der APA seinen positiven Vertrauenssaldo von 29 Prozent Anfang 2009. Dann sei es jedoch zu einer Stagnation gekommen und mit der Inseratenaffäre sei er ins Vertrauensminus (-6 Punkte) gekommen. Zuletzt hat er wieder leicht aufholen können (-2).

Spindelegger büßte Vertrauen ein

Auch Spindelegger erlebte 2008 - als er noch "nur" Außenminister war - einen guten Einstieg und erreichte 2010 ein positives Vertrauenssaldo von 22 Prozent. Nach seinem Aufstieg zum Vizekanzler und ÖVP-Chef büßte er aber rasch Vertrauen ein und rutschte im Herbst des Vorjahres ins Minus. Als Gründe dafür macht Bachmayer die Debatte um seine Führungsqualitäten im Zuge der von Landeshauptmann Erwin Pröll durchgesetzten Wehrpflicht-Volksbefragung sowie die Spekulationen um seine Übersiedelung ins Finanzministerium anstelle von Maria Fekter aus. Neuer Rückenwind durch Wahlerfolge der ÖVP im ersten Halbjahr flaute zuletzt wieder ab.

Als "Paarlauf der Zwillingsminister auch beim Vertrauensindex mit stabilen und zufriedenstellenden Werten" beurteilt der OGM-Chef die seit 2008 fast durchgehend positiven Vertrauenssaldi für Hundstorfer und Mitterlehner.

Als Senkrechtstarter (beide +18) erwiesen sich Verteidigungsminister Klug und Integrationsstaatssekretär Kurz. Kein Vertrauen bringt die Bevölkerung hingegen Unterrichtsministerin Schmied sowie den ÖVP-Ministern Berlakovich, Karl, Fekter und Mikl-Leitner entgegen.

Von den Oppositionschefs kann sich Glawischnig nach einem holprigen Start über eine stetige Zunahme der Akzeptanz freuen und seit der Besetzung des Korruptionsthemas und den Wahlerfolgen im ersten Halbjahr 2013 hat sie ein positives Vertrauenssaldo (zuletzt +5). Die drei anderen Oppositionspolitiker liegen deutlich im Vertrauensminus - FPÖ-Obmann Strache (seit 2008 fast konstant) und Frank Stronach jeweils bei Minus 35 und BZÖ-Chef Bucher bei Minus 32.