Erstellt am 27. Januar 2012, 12:17

Regierungsspitze gedenkt Holocaust-Opfern. Heute vor 67 Jahren wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau durch die sowjetische Armee befreit.

Die Regierungsspitze nahm den Internationalen Holocaust-Gedenketag zum Anlass, um vor der Gefahr rassistischer und undemokratischer Tendenzen in Zeiten der Wirtschaftskrise zu warnen. Kanzler Faymann und Vizekanzler Spindelegger gedenken den Opfer des Nationalsozialismus.

Gerade in Zeiten der Krise bestehe erhöhte Gefahr, dass Ressentiments gegen Minderheiten, Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus auf fruchtbaren Boden fallen. "Wir müssen uns daher noch vehementer gegen das Leugnen oder Verharmlosen von NS-Gräueltaten einsetzen", betonte Faymann. Das schulde man nicht nur den Opfern des Nazi-Regimes, "wir tragen auch die Verantwortung, Menschenrechte und Demokratie in Zukunft mit noch mehr Nachdruck gegen Provokationen zu verteidigen und weiterzuentwickeln". Autoritären Tendenzen - in Österreich wie in Europa - müsse "mit Entschlossenheit" entgegengetreten werden. Besonderes Augenmerk gelte der Jugend, die "zur Wachsamkeit ermuntert werden" müsse.

Auch Spindelegger konstatierte, dass "gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit rassistische und undemokratische Strömungen oft verstärkt auftreten". Aber eine Krise dürfe nie Vorwand sein, um menschenrechtlichen Standards zu relativieren. Es sei gemeinsame Aufgabe von Politik und Zivilgesellschaft, "hier klare Grenzen zu ziehen. Demokratie und Menschenrechte sind einmalige Güter, die es zu verteidigen gilt". Das KZ Auschwitz als Symbol für die unfassbaren NS-Verbrechen müsse "ständige Warnung sein, wohin Rassismus und Intoleranz in letzter Konsequenz führen können".