Erstellt am 09. März 2016, 05:39

von Alexandra Gollubics-Prath und Werner Müllner

Registrierkassen: Geld ins Kassaladl. 500 Wirte bekommen 200 Euro Zuschuss für den Kassenkauf; viele Branchen schreien auf und wollen auch Geld.

Versprechen Geld. Hans Niessl (SP) und Alexander Petschnig (FP)  |  NOEN, LMS

Knapp drei Monate verbleiben bis zum 1. Juni – dann müssen die Registrierkassen installiert sein. Nach einem Aufstöhnen der Unternehmer wird das Land Gastwirten mit 200 Euro (

und Link ganz unten) unter die Arme greifen – Vereine und alle anderen Branchen gehen leer aus.

Petschnig: „Anfangs skeptisch gegenüber Förderung“

„Die Kommunikation in den Orten findet häufig beim Wirten statt. Die Gastronomie wurde in den letzten Jahren durch Auflagen über Gebühr belastet. Deshalb wollen wir mit dieser Aktion den Wirten Hilfe anbieten“, erklärte Landeshauptmann Hans Niessl (SP).

Das überzeugte auch Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig (FP): „Anfangs bin ich einer Förderung skeptisch gegenübergestanden. Mein Standpunkt war, das, was sozusagen im Finanzministerium verbockt wird, ist nicht unbedingt im Land mit eigenen Mitteln auszumerzen.“

Mittlerweile hat nahezu jedes Gewerbe nach einer Förderung verlangt. ÖVP-Landesparteiobmann Thomas Steiner: „Die ÖVP fordert eine Registrierkassen-Förderung für alle Branchen. Wir bringen einen entsprechenden Antrag im Landtag ein.“
„Die ÖVP verlangt eine Kassen-
Förderung für alle Branchen!“
Thomas Steiner, ÖVP
x  |  NOEN, MUELLNER Werner


SPÖ-Klubobmann Robert Hergovich sieht grundsätzlich die Schuld an der Kassen-Misere bei der ÖVP: „ÖVP-Minister Schelling hat die Umsatzgrenzen viel zu niedrig angesetzt. Davon sind auch Vereine und Gewerbetreibende betroffen, wenn sie mehr als 15.000 Euro Jahresumsatz oder 7.500 Barumsatz verzeichnen. Diese Grenzen müssen verdoppelt werden – das wurde so auch im Landtag, gegen die Stimmen der ÖVP, beschlossen“, so Hergovich.

Auch die Buschenschenken verlangen Hilfe, Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Stefan Hautzinger: „Ich kann nicht nachvollziehen, warum die Landesregierung Buschenschank- und Direktvermarktungsbetrieben diese Hilfe vorenthält.“

Landesrat Petschnig erklärt dies: „Ich glaube einerseits nicht, dass alle heimischen Unternehmen auf die 200 Euro angewiesen sind, um sich eine Registrierkasse zu kaufen. In erster Linie trifft es die kleinen Wirte. Die sind auch unsere ‚sozialen Zentren‘, denen wird geholfen. Die Buschenschenken sind von meiner Seite ausgenommen, weil Landesrätin Verena Dunst zu ständig ist.“ Diese kündigt nun an, dass es auch im Agrarbereich eine Förderung geben wird.