Erstellt am 22. August 2012, 12:10

Reinhold Lopotka wird Außenamts-Staatssekretär. Reinhold Lopatka (52) soll neuer Staatssekretär im Außenministerium werden. In ÖVP-Kreisen wurde bestätigt, dass der derzeitige außenpolitische Sprecher der ÖVP dem nach Kärnten wechselnden Wolfgang Waldner folgen soll.

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Nach knapp eineinhalb Jahren kehrt der 52-Jährige in ein Ministerium zurück: Nach den Themen Sport (2007-2008) und Finanzen (2008-2011) tritt er nun im Außenministerium die Nachfolge von Wolfgang Waldner an. Inhaltlich passt das, ist Lopatka doch seit bald einem Jahr außenpolitischer Sprecher seiner Partei. Als Staatssekretär im Außenministerin steht er künftig direkt an der Seite von ÖVP-Obmann und Ressortchef Michael Spindelegger. Freuen wird das nicht nur ihn selbst, sondern auch die steirische ÖVP.

Lopatkas Ausscheiden im Frühling des Vorjahres war Folge des Rücktritts des damaligen ÖVP-Obmanns Josef Pröll. Außenminister Michael Spindelegger wurde ÖVP-Obmann, brauchte deshalb einen Staatssekretär in seinem Ressort und holte Waldner. Im von Pröll geführten Finanzministerium, das Maria Fekter übernahm, war Lopatkas Posten damit obsolet. Mit Waldners Abgang schließt sich nun quasi der Kreis.

Für das neue Amt ist der passionierte Marathonläufer quasi seit Oktober 2011 im Training, als er zum Außenpolitik-Sprecher der Volkspartei ernannt wurde. Generell attestieren ihm Beobachter in seiner Laufbahn eine durchaus bemerkenswerte Ausdauer. Schlappen wie die Niederlage der ÖVP bei der Nationalratswahl 2006, für die er als Wahlkampfmanager mitverantwortlich gemacht wurde, konnten seiner Karriere nicht dauerhaft etwas anhaben.

Seinen Aufstieg innerhalb der ÖVP hatte Lopatka davor zwei Erdrutschsiegen zu verdanken. Im Jahr 2000 managte er in seiner Heimat den Wahlkampf von Waltraud Klasnic, die ein Stimmenplus von elf Prozentpunkten einfuhr. Im Jahr 2002 gelang ihm das für unmöglich gehaltene, nämlich, auch die Bundespartei mit einem Plus von 15 Prozentpunkten an die Spitze zu führen. Lopatka wurde 2003 ÖVP-Generalsekretär. Einen ersten Misserfolg musste er indes bei der Bundespräsidentenwahl 2003 hinnehmen, als Benita Ferrero-Waldner Heinz Fischer unterlag.

Bei der Nationalratswahl 2006 fiel die ÖVP auf Platz zwei hinter die SPÖ zurück - ein Schock für die Schwarzen, der zumindest leise innerparteiliche Kritik an Lopatka aufkeimen ließ. Einen Karrieredämpfer bedeutete das nicht: Er wurde Sport-Staatssekretär im Bundeskanzleramt. Das blieb er, bis er im Herbst 2008 ins Finanzministerium wechselte.

Dem gelernten Juristen und Theologen bescheinigen seine politischen Gegner, nicht gerade zimperlich zu sein. Er hat seine Wurzeln im sozialliberalen Flügel der steirischen Volkspartei. Zugehörig ist er dem Arbeitnehmerbund ÖAAB. Dessen Vorsitzender wollte er im Vorjahr auch werden, unterlag jedoch letztendlich Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. Er war Geschäftsführer und Klubobmann der ÖVP im steirischen Landtag und ist seit 2004 Vize von Parteichef Hermann Schützenhöfer. Der wird Lopatkas Rückkehr in die Regierung mit Freude wahrnehmen, waren doch die steirischen Schwarzen nach der VP-Regierungsumbau 2011 nicht so recht zufrieden mit der Steirerquote in Ministerien und ÖAAB.

Reinhold Lopatka wurde am 27. Jänner 1960 im steirischen Vorau geboren, ist verheiratet und Vater dreier Söhne. Neben Lesen, Reisen und Ausflügen mit der Familie ist der Marathonlauf sein größtes Hobby. Laut seiner persönlichen Homepage hat seit 1993 76 Mal die legendären 42,192 Kilometer bestritten, zuletzt im Mai des Jahres in Italien.