Erstellt am 02. April 2012, 13:26

Religionslehrer kosten Bund fast 82 Mio. Euro. Der Bund hat im Schuljahr 2011/12 rund 81,7 Mio. Euro an Personalkosten für Religionslehrer an den AHS und BMHS (berufsbildende mittlere und höhere Schulen) bezahlt.

Das zeigt die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage durch Unterrichtsministerin Schmied. Die Grünen wollten im Zuge der Ethikunterricht-Diskussion die Kostenstruktur des derzeitigen Religionsunterrichts hinterfragen.

Aus Sicht von Verfassungssprecherin Musiol ist hier nun "eine Größenordnung da, die man so noch nicht kannte". Dabei hat das Ministerium nur Daten für die Bundesschulen geliefert, für Pflichtschulen (Volks-, Haupt-, Sonderschule) werden diese nicht zentral erfasst. "Insgesamt müssen wir daher von einer mindestens doppelt so hohen Subvention für die Religionsgemeinschaften allein bei den Schulen ausgehen", meint Niko Alm, Sprecher des Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien. Das sei deutlich mehr, als die Volksbegehrensinitiatoren vermutet hatten.

An den Bundesschulen gibt es fast 3.500 Religionslehrer, 2.300 davon sind katholisch, knapp 700 evangelisch und rund 300 islamisch. An den öffentlichen AHS und BMHS haben die Personalkosten für die Religionslehrer (inklusive Abfertigungsvorsorge) 2011/12 mehr als 72 Mio. Euro betragen, wobei rund 60,7 Mio. Euro für katholische Religionslehrer reserviert waren. An den konfessionellen Privatschulen haben die Personalkosten 2011/12 rund 9,6 Mio. Euro ausgemacht, wobei die Gehälter katholischer Religionslehrer rund 8,2 Mio. Euro betrugen.

An den konfessionellen Privatschulen kommt außerdem noch der Kostenersatz für die Personalausgaben für die übrigen Lehrer dazu. 2011/12 haben die konfessionellen AHS und BMHS damit Kosten von rund 286,4 Mio. Euro verursacht.