Erstellt am 22. Oktober 2012, 13:24

Rezar weist Kritik wegen unbegleiteten Minderjährigen zurück. Kritik der Grünen am Umgang mit unbegleiteten Minderjährigen, die im Burgenland aufgegriffen wurden, hat am Montag Soziallandesrat Peter Rezar (S) zurückgewiesen.

Rezar: Können Ärzte nicht zu Abtreibungen verpflichten.BVZ  |  NOEN
Die Grünen hatten vom Fall eines vierjährigen Buben berichtet, der, nachdem er bei Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) ohne Eltern aufgegriffen wurde, nach Traiskirchen geschickt worden sei.

Mittels einer Weisung versuche die burgenländische Landesregierung offensichtlich, alle im Burgenland aufgegriffenen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge loszuwerden und schicke sie umgehend nach Traiskirchen, kritisierten die Grünen, die bei der Landesregierung deshalb "großen Erklärungsbedarf" orteten. Der Bub aus dem Kosovo sei am 24. Juli um 19.30 Uhr mit vier Männern aus Afghanistan bei einem Parkplatz aufgegriffen worden, so Rezar. Die Polizei habe ermittelt, dass er mit keinem der Männer verwandt und somit unbegleitet sei.

Danach sei das Kind in die sozialpädagogische Wohngemeinschaft Rosenhof in Breitenbrunn gebracht worden und dort über Nacht geblieben. Am nächsten Tag habe die Polizei mit einem Sozialpädagogen den Buben zur Bezirkshauptmannschaft (BH) gebracht, um die weitere Vorgangsweise zu klären.

Die BH habe in Erfahrung gebracht, dass der Vater des Buben in Wien sei, schilderte Rezar. Das Kind sei dann in Begleitung einer diplomierten Sozialarbeiterin und eines Sozialpädagogen nach Traiskirchen gebracht worden. "Noch am selben Tag hat der Kindesvater den Buben in Empfang genommen. 22 Stunden hat das alles gedauert, bei bester Betreuung. Ich weiß nicht, was daran nicht korrekt sein soll", meinte der Landesrat.

Im Burgenland würden derzeit drei unbegleitete Minderjährige unter 14 Jahren betreut. "Zwei müssten wir unterbringen aufgrund der Quote", argumentierte Rezar. Nun will man die Kapazitäten aufstocken: Künftig sollen in einer Einrichtung der Caritas in Neudörfl bis zu 30 aufgegriffene Jugendliche untergebracht werden. Details will Rezar am Nachmittag mit Caritasdirektor Michael Landau bei einer Pressekonferenz in Neudörfl präsentieren.