Erstellt am 19. August 2013, 12:35

RFJ will Deutsch als Pflichtsprache in Schulpausen. Ginge es nach dem RFJ (Ring Freiheitlicher Jugend), sollten sich Schüler im Burgenland - Schulen der Volksgruppen ausgenommen - in den Pausen künftig ausschließlich auf Deutsch unterhalten dürfen.

Mit der Maßnahme, die bei Verstößen auch mit einem "'Minus' in Deutsch" sanktioniert werden sollte, könnte die Integration ausländischer Schüler "besser gelingen", erklärte RFJ-Landesobmann Werner Wassicek am Montag in einer Aussendung. Knapper Kommentar aus dem Landesschulrat zu dem Vorstoß: "Absurd".

Forderung bezieht sich nicht auf zweisprachige Schulen

"Es kann und darf nicht sein, dass ausländische Schüler in einer burgenländischen Schule in ihrer Heimatsprache reden. Die Amtssprache ist Deutsch und diese soll auch während der Pausenzeit eingehalten werden", verlangte Wassicek. Die Forderung beziehe sich nicht auf zweisprachigen Schulen, die von Minderheiten besucht werden, präzisierte der RFJ-Obmann auf Anfrage: "Die Minderheiten müssen natürlich geschützt und bewahrt werden."

Mit Hilfe von Deutsch als Pausensprache solle die Integration besser gelingen, glaubt Wassicek. Was es betroffenen Kindern mit Migrationshintergrund bringen soll, wenn sie in der Schule Deutsch sprechen müssen?

"Wenn ich nicht Deutsch spreche, kann ich nicht Deutsch lernen. Und das schafft Parallelgesellschaften." Immer wieder erlebe man dadurch Gewalt und Schikane an den Schulen gegen burgenländische Jugendliche - "das muss ein Ende finden", so der RFJ-Obmann.

Landesschulratspräsident Resch "erschüttert"

"Ich finde das so erschütternd, dass ich gar nicht darüber diskutieren möchte, ob man so etwas irgendwie umsetzen oder auch sanktionieren kann", kommentierte Landesschulratspräsident Gerhard Resch den Vorstoß.

Im Burgenland gebe es 30 zweisprachige Schulen, in denen Volksgruppensprachen unterrichtet werden. In anderen werde den ganzen Tag Englisch gesprochen - "soll man das auch verbieten?" fragte Resch und meinte: "Ich hoffe, dass das nicht die Note ist im kommenden Wahlkampf - egal, von welcher Partei."