Erstellt am 08. Mai 2013, 10:26

RH vermutet höhere Kosten für Lehrerausbildung. Aus Sicht des Rechnungshofs (RH) hat die Regierung bei der Reform der Lehrerausbildung die Chance verpasst, Parallelstrukturen abzubauen.

Durch die Beibehaltung von zwei Aus-und Weiterbildungseinrichtungen und zwei zuständigen Ministerien blieben "die Doppelgleisigkeiten" bestehen, moniert der RH in seiner Stellungnahme zum Gesetzesentwurf. Unzufrieden ist er auch mit den Kostenabschätzungen.

Der RH erwartet sich vor allem Auswirkungen auf die Lehrerbesoldung. Für Lehrer an AHS und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) bleibt die Ausbildungsdauer im Vergleich zum bisherigen Magisterstudium plus Schulpraktikum mit fünfeinhalb Jahren zwar gleich.

Gewerkschaft kritisiert Diskrepanz Ausbildungszeit/Bezahlung

Für Lehrer an Pflichtschulen führt die Reform aber zu einer deutlich längeren Ausbildung: Anstelle des dreijährigen Bachelorstudiums an den PH soll ein vierjähriges Bachelor- sowie ein ein- bis eineinhalb Jahre dauerndes Masterstudium treten, gefolgt von einer ein- bis zweijährigen Induktionsphase an der Schule. Die Lehrergewerkschaft hat wiederholt betont, dass eine masterwertige Ausbildung eine masterwertige Bezahlung bedeuten müsse. "Ausführungen zu diesem Umstand fehlen in den Erläuterungen zum gegenständlichen Entwurf", kritisiert der RH.

Zusätzliche Kosten für die Unis erwartet der RH zudem durch Neuerungen wie einen Eignungstest, zusätzliche Masterstudien in Kooperation mit PH sowie Lehrveranstaltungen während der Induktionsphase. In den Erläuterungen zum Gesetzesentwurf findet sich allerdings nur der nach RH-Meinung unzutreffende Hinweis, dass für die Unis "keine zusätzlichen Kosten zu erwarten" seien.

Mehrkosten für Pädagogische Hochschulen ab 2021/22 erwartet

Für die PH erwartet das Unterrichtsministerium durch die Reform laut Erläuterungen zum Gesetzesentwurf im Vollausbau ab 2021/22 Mehrkosten von 30,87 Mio. Euro bzw. - bei Berücksichtigung von "kostendämpfenden Effekten" durch Kooperationen mit den Unis - 14,60 Mio. Euro pro Jahr sowie - allerdings erst nach 2016 - Auswirkungen auf den Personalplan von 9,25 Mio. Euro. Dazu kommen noch 257.000 Euro an Ausgaben für den Qualitätssicherungsrat, die je zur Hälfte von Unterrichts- und Wissenschaftsressort getragen werden.