Erstellt am 28. März 2013, 09:36

Roma in Österreich ziehen positive Bilanz. Vor 20 Jahren wurden die Roma in Österreich als Volksgruppe anerkannt. Seither habe sich die Situation zum Positiven verändert.

Die Roma seien vom Rand in die Mitte der Dörfer gerückt, sagte Rudolf Sarközi, der Obmann des Kulturvereins österreichischer Roma, am Donnerstag. Im Großen und Ganzen habe man viel erreicht, Verbesserungspotenzial gebe es aber weiterhin im Sozialbereich, meinte Sarközi.

Die eigentliche Anerkennung erfolgte am 23. Dezember 1993 mit der Kundmachung einer Verordnung nach dem Volksgruppengesetz, die auch für die Roma die Einrichtung eines Volksgruppenbeirates festlegte. "Es hat einige Zeit gedauert, bis einmal begriffen worden ist, worum es hier geht", meinte Sarközi. Früher - noch vor der Anerkennung - seien in Oberwart junge Roma aus den Diskotheken vertrieben worden und hätten sich darüber beim Bundespräsidenten beschwert. Das habe damals nicht wirklich geholfen.

Inzwischen sei "eine Bewegung entstanden, die von den Jungen gekommen ist. Und das hat man nicht ignorieren können." 1989 wurde in Oberwart der Verein Roma gegründet, zwei Jahre später entstand der Kulturverein österreichischer Roma. Mit der Einrichtung des Volksgruppenbeirates der Roma und Sinti im Jahr 1995, zu dessen Vorsitzenden Sarközi gewählt wurden, bekam man auch finanzielle Mittel für die Infrastruktur.

"Vor allem ist es einmal darum gegangen, dass wir die Leute einmal Richtung Bildung von den Sonderschulen wegbekommen. Das hat auch dann funktioniert, es sind auch Lehrer zur Verfügung gestellt worden und Räumlichkeiten", schilderte er. Heute gebe es für die Roma eine andere Situation als vor 20 Jahren: Unter den Jungen gebe es mittlerweile Hochschulabsolventen.

Offene Punkte sehe er weiter im Sozialbereich: Roma, die aufgrund der damaligen Verhältnisse vor 20 oder 30 Jahren einen schlechten Zugang zur Bildung gehabt hätten und keinen Beruf erlernen konnten - "die sind heute Sozialhilfeempfänger und haben eine sehr triste Situation." Im Großen und Ganzen habe man dennoch gesellschaftlich viel erreicht, meinte Sarközi: "Jeder Rom, der im Burgenland lebt, ist mitten in der Gemeinschaft zu Hause."