Erstellt am 09. Mai 2016, 15:46

von APA Red

Rote Gewerkschaftsspitze respektiert Entscheidung. FSG-Chef Katzian und ÖGB-Präsident Foglar überrascht - Noch kein offizieller Wunschkandidat.

ÖGB-Präsident Foglar  |  NOEN, Mission Wirtschaft 2050
Die Spitze der roten Gewerkschafter hat sich über den Rücktritt von Werner Faymann als SPÖ-Chef und Bundeskanzler überrascht gezeigt. Sowohl FSG-Chef Wolfgang Katzian als auch ÖGB-Präsident Erich Foglar betonten aber, dass diese Entscheidung zu respektieren sei. Die Nachricht über Faymanns Rücktritt hatte die Gewerkschafter mitten in ihrer Vorstandssitzung erreicht.
 
"Ich stehe nicht an, Werner Faymann für seine Arbeit zu danken", sagte Katzian nach dem mehrstündigen Zusammentreffen des FSG-Präsidiums und des Vorstands. Er lobte auch den Umgang des am Montag zurückgetretenen Kanzlers mit den Gewerkschaften. "Das war in letzter Konsequenz eine persönliche Entscheidung des Parteivorsitzenden, die zu respektieren ist", kommentierte des FSG-Vorsitzende die Ereignisse.

"Ich denke, der Entscheidung ist ohne Wenn und Aber Respekt zu zollen", meinte auch ÖGB-Präsident Foglar ."Jetzt gilt es, den Blick vorwärts zu richten." Foglar denkt nicht, dass die Diskussion in der SPÖ mit dem überraschenden Rücktritt nun zu Ende ist. Foglar und Katzian verwiesen auf den anstehenden Strategieprozess in der Partei, der auch die Position zur FPÖ behandeln soll. Katzian: "Die Diskussion beschäftigt uns ja nicht seit heute, sondern seit vielen Jahren."

Eine Präferenz, was Faymanns Nachfolge betrifft, äußersten beide Gewerkschaftsspitzen nach der Vorstandssitzung nicht. Dies werde in den kommenden Tagen besprochen. Mit dem am Montag eingesetzten interimistischen Parteichef, dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl, habe man kein Problem, so Foglar: "Dass einer der stellvertretenden Vorsitzenden die Partei übernehmen muss, ist natürlich Sinn und Zweck eines Stellvertreters."