Erstellt am 22. März 2012, 10:58

Rumpolds Leistung für Telekom-Gelder gesucht. Im Korruptions-U-Ausschuss ist am Donnerstag nach der Leistung für diverse Geldflüsse von der Telekom Austria gesucht worden.

Im Korruptions-U-Ausschuss ist am Donnerstag nach der Leistung für diverse Geldflüsse von der Telekom Austria gesucht worden. Der frühere FPÖ- und BZÖ-Werber Gernot Rumpold erhielt im Jahr 2004 über seine Agentur mediaConnection von der Telekom 600.000 Euro für "vier Konzepte". Laut Staatsanwaltschaft sind aber nur die Deckblätter für diese Studien, nicht aber die Konzepte selbst auffindbar.

Die Justiz hegt daher den Verdacht, dass die Telekom den Europawahlkampf der FPÖ 2004 unterstützt haben könnte. Zeitgleich hat Rumpold nämlich auf eine Forderung in Höhe von 764.000 Euro gegenüber der FPÖ verzichtet.

Der BZÖ-Abgeordnete Petzner hielt Rumpold vor, dass zwischen den Telekom-Zahlungen und dem Forderungsverzicht nur wenige Tage lagen und die Staatsanwaltschaft bei der Telekom keine wirklichen Konzepte, sondern nur Deckblätter gefunden habe. Was die Konzepte betrifft, verwies Rumpold auf seine Ex-Frau Erika Daniel, auf deren Ladung der U-Ausschuss heute aus Gesundheitsgründen verzichtete.

Rumpold bestritt, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Telekom-Geld und der FPÖ gebe. Den Forderungsverzicht gegenüber den Freiheitlichen erklärte Rumpold folgendermaßen: Er habe mit der FPÖ einen Vier-Jahres-Vertrag gehabt. Im letzten Jahr sei es zwischen seiner Agentur und der FPÖ zu "Spannungen" gekommen. Die FPÖ habe daraufhin den Vertrag gekündigt. Es sei damit die Entlohnung für ein Jahr offen gewesen.

Er habe dann über den damaligen Kärntner Landeshauptmann Haider zu einer neuen Vereinbarung mit der FPÖ gefunden. Mit Aufträgen für den EU-Wahlkampf und anderen Leistungen habe man dann ein "Paket" in Höhe von rund 550.000 Euro geschnürt. Das habe in etwa der ausstehenden Summe entsprochen, daher habe er auf die ursprüngliche Forderung verzichtet, erklärte Rumpold. Rumpold war früher FPÖ-Bundesgeschäftsführer, FPÖ-Bundesrat und persönlicher Sekretär von Haider.

Zu den Telekom-Aufträgen sei er über den früheren Telekom-Mitarbeiter Michael Gassauer gekommen. Dieser sei von sich aus an ihn herangetreten, so Rumpold. Gassauer ist am Donnerstag ebenfalls in den U-Ausschuss geladen.

Mittags steht noch die Befragung von Walter Meischberger auf dem Programm. Meischberger soll über den Telekom-Lobbyisten Peter Hochegger Aufträge für die Telekom ausgeführt haben. Allein bei einem Projekt geht es angeblich um rund 100.000 Euro.