Erstellt am 12. April 2013, 12:10

Rund eine Million Österreicher armutsgefährdet. 1,05 Millionen Österreicher waren im Jahr 2011 armutsgefährdet. Dies geht aus der am Freitag veröffentlichten Österreich-Auswertung des EU-Sozialberichts SILC hervor.

Generell zeigen die vorgelegten Zahlen eine stabile Datenlage, im Langzeitvergleich seit 2008 gab es einen Rückgang, wie Sozialminister Hundstorfer ausführte.

Als Schwelle für die Armutsgefährdung gilt ein Haushaltseinkommen von 1.066 Euro (zwölf Monate) für Alleinlebende (pro Kind werden 320 Euro dazugezählt, pro weiterem Erwachsenen 533 Euro). Zählt man noch Personen, die unter sogenannter "materieller Deprivation" leiden sowie jene, die kaum oder gar nicht erwerbstätig sind, hinzu, gelten 1,4 Millionen als "armuts- oder ausgrenzungsgefährdet".

Unter "erheblicher materieller Deprivation" leiden Personen, die wesentliche Grundbedürfnisse kaum oder gar nicht stillen können, dazu zählen etwa eine Urlaubswoche pro Jahr oder eine geheizte Wohnung. Wer über der Armutsgrenze lebt, aber davon betroffen ist oder kaum oder gar nicht arbeitet, ist für die Statistiker "ausgrenzungsgefährdet".

Die Gesamtzahl von 1,4 Millionen ist gegenüber dem Jahr 2010 um 34.000 Personen angestiegen. Dies liegt aber laut Statistik Austria, die den Bericht im Auftrag des Sozialministeriums erstellte, innerhalb der statistischen Schwankungsbreite. Signifikant sei im Langzeitvergleich zu 2008 dagegen ein Rückgang um 125.000 Personen.

Österreich sei jedenfalls auf gutem Weg, hielt Hundstorfer fest: Bis 2018 will Österreich demnach die Gesamtzahl der Armuts- und Ausgrenzungsgefährdeten um 235.000 Personen verringern. Wichtigster Hebel für die weiteren Bemühungen sei die Beschäftigungspolitik: Erwerbstätigkeit verringert die Armutsgefährdung, lautet die Formel.

Wobei auch Österreich seine "Working poor" hat, also Personen, die trotz Job arm sind. 5,4 Prozent der Erwerbstätigkeiten bzw. 198.000 Personen betrug ihre Anzahl 2011. Mit ein Grund seien auch die insgesamt 900.000 Teilzeit-Beschäftigungsverhältnisse, so Hundstorfer.

Armut in Österreich: Wo liegen die Gründe, wie soll man dagegen vorgehen?
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