Erstellt am 17. November 2010, 00:00

Sarközi erneuert Kritik. ROMA-GEDENKEN / Diskussionen um Gedenken in Kemeten: Roma-Obmann Sarközi spricht von „respektlosem Verhalten“.

Rudolf Sarközi  |  NOEN, Kulturverein Österreichischer Roma

Ranghohe Politiker und Vertreter der Kirche haben mit einer Feier am Mahnmal in Lackenbach der vom NS-Regime ermordeten Roma und Sinti gedacht. An jenem Ort, an dem vor 70 Jahren ein Anhaltelager errichtet worden war, bezog unter anderem auch Nationalratspräsidentin Barbara Prammer klar Stellung.

Der Obmann des Kulturvereins Österreichischer Roma, Rudolf Sarközi, fand ebenfalls klare Worte, als er darauf hinwies, dass das Gedenken nicht in allen Gemeinden möglich sei. Konkret angesprochen wurde dabei die immer wieder aufkeimende Debatte rund um die südburgenländische Gemeinde Kemeten.

Hier lässt die Fertigstellung des mehrmals angekündigten „Geschichtskreises“, in dem auch die Verbrechen an der Volksgruppe der Roma dokumentiert werden sollen, seit Jahren auf sich warten. Sarközi spricht von „respektlosem Verhalten des Bürgermeisters“. Die Vorgangsweise sei eine Beleidigung für die Opfer. Man habe jetzt aber die Stärke, nicht betteln zu müssen: „Und deshalb sage ich nun: Wir verzichten.“

Kemetens Bürgermeister Johann Nussgraber (SPÖ) zeigte sich im Gespräch mit der BVZ verärgert über die Kritik, meinte aber: „Jetzt, wo Sarközi verzichtet, wie er sagt, sieht die Situation zwar wieder anders aus, wir werden den ,Geschichtskreis‘ aber ohnehin errichten.“