Erstellt am 04. Oktober 2012, 18:01

Sattlberger sagte zu ÖBB-Inseratenaffäre aus. Der parlamentarische U-Ausschuss hat am Donnerstag zur Inseratenaffäre Walter Sattlberger, Ex-Kommunikationschef der ÖBB, befragt.

Sattlberger gab an, dass er "überrascht" gewesen sei, als er die erste Rechnung der "Kronen Zeitung" für die Kampagne "Unsere Bahn" gesehen habe. Auf ihn sei kein Druck seitens des Kabinetts des damaligen Ministers Faymann ausgeübt worden, Inserate zu schalten. Von der Medienkooperation mit der "Kronen Zeitung" mit dem Titel "Unsere Bahn", in der Faymann 2007 als Ombudsmann für die Probleme der Bahnkunden präsentiert wurde, habe er so erfahren: Es habe ein Treffen zwischen Faymann und dem früheren ÖBB-Generaldirektor Martin Huber im Werk in Simmering gegeben, und nach dem Termin habe ihm Huber bei der Rückfahrt ins Büro mitgeteilt, dass es die Idee gebe, eine Imagekampagne für die ÖBB in der "Krone" zu machen, erzählte Sattlberger. Faymann habe diesbezüglich ein Gespräch mit dem damaligen "Krone"-Herausgeber Hand Dichand gehabt. Von der später folgenden Rechnung der "Krone" sei er überrascht gewesen, aber er habe sich dann daran erinnert, dass es sich offensichtlich um das handle, was Huber ihm damals im Auto erzählt habe.

FPÖ-Fraktionsführer Vilimsky sprach Sattlberger darauf an, dass in einer Vorstandssitzung der ÖBB-Holding Sattlbergers Formulierung in einem Antrag geändert wurde, wonach Faymann mit der "Krone" eine Kooperation vereinbart habe. Huber habe sich über diese Formulierung massiv aufgeregt, es habe geheißen "so schreiben wir das sicher nicht", meinte Sattlberger. Huber habe gesagt, er lasse sich von Faymann nichts anschaffen.

Huber, der unter Faymann abgelöst wurde, schilderte ja laut Medienberichten in seiner Zeugenaussage ein Treffen mit Faymanns vormaligem Kabinettschef, dem heutigen Staatssekretär Josef Ostermayer und ÖBB-Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker im Lokal Stadtwirt, bei dem er von Ostermayer auf das Marketing- bzw. Inseratenbudget angesprochen worden sei - mit dem Hinweis, dass sich der Minister eine erkleckliche Summe davon für seine Disposition vorstelle. Er habe nur wahrgenommen, dass Huber sehr "erregt" von diesem Gespräch zurückgekommen sei, gab Sattlberger zu Protokoll.

Als Auskunftsperson zu den umstrittenen Ost-Geschäften der Telekom wird unterdessen am 11.Oktober der Investor Martin Schlaff in den U-Ausschuss kommen. Nach wie vor offen ist, ob Ex-Motorola Manager Joachim Wirth zum Skandal um die Vergabe des Blaulichtfunkes 2004 und Karlheinz Muhr, Investmentbanker und Freund von Ex-Finanzminister Grasser, zur Buwog-Affäre in den Ausschuss kommen.