Erstellt am 31. Januar 2013, 08:16

Schelling in Sozialversicherung vor Wiederwahl. Hans Jörg Schelling (59) wird am Donnerstag als Vorstandsvorsitzender des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger wiedergewählt.

In den kommenden vier Jahre will er an der Gesundheitsreform, der Implementierung der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) und nicht zuletzt an der Kassenkonsolidierung weiterarbeiten. Das eingesparte Geld soll in neue Leistungen fließen, erklärte Schelling.

Die Bedeutung der Sozialversicherung unter seinem Vorsitz versuchte der Wirtschaftskammer-Vizepräsident und frühere ÖVP-Mandatar in einem Hintergrundgespräch am Mittwoch ins beste Licht zu rücken. Sie sei Reformmotor und wichtigster Player im Gesundheitswesen, ließ Schelling wissen.

Angesichts der Einigkeit in der politischen Steuerungsgruppe für die Reform wäre man auch mit noch stärkerem Widerstand aus der Ärztekammer zurande gekommen, zeigte er sich überzeugt. Erfolgsfaktor sei gewesen, dass Kommunen, Länder und der Bund durch die Finanzkrise in Geldnot gekommen seien und daher geschlossen den Ausgabenanstieg bei der Gesundheit bremsen wollten.

Größter Erfolg der vergangenen vier Jahre ist aus Schellings Sicht die Konsolidierung der Kassenfinanzen. Um 1,725 Mrd. Euro sollte der Kostenanstieg zwischen 2010 und 2013 gedämpft werden, dieses Ziel werde man um zumindest 500 Mio. Euro übererfüllen. Bis Jahresende sollen alle Kassen mit Ausnahme der Wiener Gebietskrankenkasse schuldenfrei sein, so der Hauptverbands-Chef.

Mit den eingesparten Geldern sollen die Kassen beginnen, Rücklagen zu bilden, um Konjunkturschwankungen künftig eigenständig durchzustehen. Auch für anfallende Überschüsse gebe es durchaus Verwendung, brauche man doch deutlich über 100 Mio. Euro jährlich, um neue Leistungen zu finanzieren. Es gehe dabei um den psychischen Bereich wie etwa Burnout-Therapien, um medizinische Rehabilitation, Disease Management, aber auch Zahnbehandlungen. Nachgedacht werde etwa über Zahnspangen und festsitzenden Zahnersatz auf Kassenkosten.