Erstellt am 13. Dezember 2010, 19:14

Schließung kleiner Volksschulen bringt Gemeinden im Burgenland Geld. Burgenländische Gemeinden mit mehreren kleinen Volksschulen in Ortsteilen können bei der Schließung und Zusammenlegung von Schulstandorten auf finanzielle Unterstützung vom Land hoffen

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Pro Schulschließung soll es als "positiven Anreiz" 10.000 Euro und für jede betroffene Klasse weitere 5.000 Euro geben, bestätigte Landeshauptmann Hans Niessl (S) am Montag gegenüber der APA Medienberichte.

Im Burgenland bestehe "die Situation, dass es mehr Volksschulen als Kindergärten gibt", so Niessl. Die Anfahrtswege für Kinder in den Kindergarten seien länger als in die Volksschule: "Jetzt wollen wir den Gemeinden positive Argumente und finazielle Anreize liefern, damit die Gemeinden ihre Schulstandorte, wo sie es für sinnvoll erachten, zusammenführen."

Die Gemeinden wurden über das Angebot in einem Schreiben an die Bürgermeister informiert, hatte der "Standard" am Wochenende berichtet. Von 192 Volksschulen im Burgenland werden - einschließlich der kleinen Volksgruppenschulen - 52 ein- und 45 zweiklassig geführt.

In der Vergangenheit habe man bereits die Gemeinde Mischendorf (Bezirk Oberwart) unterstützt, wo drei Standorte zu einem zusammengelegt wurden. "Mit dieser Maßnahme sind Eltern und Lehrer sehr zufrieden", so Niessl. Vor allem seien nun nicht mehr Schüler aus vier Schulstufen in einer Klasse zusammengefasst.

Für die Gemeinde Tobaj (Bezirk Güssing) beispielsweise, die zwei Schulstandorte mit je einer Klasse schließt, sei eine Unterstützung von 30.000 Euro beschlossen worden. Damit könne eine Gemeinde - zusätzlich zur Förderung über das Schulbauprogramm - schon einiges anfangen, meinte Niessl. Durch eine Zusammenlegung würden neben dem Einsatz modernster Unterrichtsmittel auch ganztägige Schulformen möglich, argumentierte der Landeshauptmann. Auch könne man nicht in jeder kleinen Schule einen Turnsaal für Volksschüler bauen.

Aufbauend auf dem "Versuch" in Mischendorf habe man dieses Modell nun allen Kommunen des Burgenlandes angeboten: "Jetzt warten wir ab, wie das von den Gemeinden angenommen wird." Andere Maßnahmen, etwa eine gesetzliche Mindestschülerregelung wie bei den Hauptschulen, die unter einer Schülerzahl von 90 zusperren müssen, seien kurzfristig nicht geplant.