Erstellt am 18. Juni 2012, 13:15

Schmied: Ausbau von schulischer Tagesbetreuung beschleunigen. 80 Mio. Euro investiert die Regierung pro Jahr, um die Zahl der Plätze in der schulischen Tagesbetreuung bis 2015/16 auf 160.000 anzuheben.

Inklusive der Hortplätze soll es dann 210.000 Plätze geben. Der Ausbau läuft allerdings nicht so rasch wie gewünscht, räumten Unterrichtsministerin Schmied und Gemeindebund-Chef Mödlhammer am Montag ein.Im kommenden Schuljahr wird es nur rund 7.700 zusätzliche Plätze (plus 7,02 Prozent) geben, geplant waren 10.000 pro Jahr. 2012/13 können damit 116.772 AHS- und Pflichtschüler Nachmittagsbetreuung oder eine verschränkte Ganztagsschule, in der sich Unterricht und Freizeit abwechseln, besuchen.

Seit Start des Programms vor eineinhalb Jahren wurden rund 12.800 Plätze neu geschaffen. "Wir sind erst am Anfang des Programms, das muss sich erst einspielen", gab sich Schmied dennoch optimistisch, dass die Schaffung von mehr als 43.200 zusätzlichen Plätzen bis 2015/16 gelingen wird. Ebenso Mödlhammer: "Es ist ein sehr guter Start angesichts der widrigen Bedingungen."

Dabei gebe es im städtischen Raum schon jetzt ein sehr dichte Versorgung, an den AHS-Unterstufen gebe es ab Herbst an fast 90 Prozent der Schulen ganztägige Modelle. Von einem flächendeckenden Angebot sei man aber "noch sehr weit entfernt". Schmied appellierte dabei an die Standorte, auf das Modell verschränkter Ganztagsschulen als die "innovative und auch von pädagogischer Seite begrüßte Form" zu setzen. Ihr politische Zeil sei es, über die Neue Mittelschule (NMS), die bis 2016 die Hauptschule ersetzen soll, "letztlich zu einer ganztägigen gemeinsamen Schule zu kommen".

Auch Mödlhammer betonte den "enormen Aufholbedarf" im ländlichen Raum. Dass es gewisse "Anlaufschwierigkeiten" gebe, habe mehrere Gründe: Es brauche noch eine gewisse Bewusstseinsänderung bei manchen Direktoren, dazu kämen bürokratische Hürden. Die Schulen hätten zudem Probleme, Personal für die Nachmittagsbetreuung zu finden. Der Gemeindebund-Vorsitzende erhofft sich jedoch eine gewisse Entspannung, wenn mit Herbst die ersten Freizeitpädagogen - eine neue, eigens für den Freizeitteil am Nachmittag entwickelte Berufsgruppe - an die Schulen kommen.