Erstellt am 03. Dezember 2012, 11:30

Schmied in Sachen Ganztagsschule pragmatisch. Pragmatisch vorgehen will Unterrichtsministerin Schmied beim Ausbau der ganztägigen Betreuungsformen.

"Die Frage ist, was ist jetzt durchsetzbar?", so Schmied zum Vorschlag von Gemeindebund-Präsident Mödlhammer, bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Eltern und Lehrern den Gemeinden das Entscheidungsrecht in Sachen Nachmittagsbetreuung oder verschränkte Ganztagsschule einzuräumen.
Ob die Causa am Dienstag im Ministerrat beschlossen wird, wollte Schmied nicht prognostizieren: "Von unserer Seite ist alles vorbereitet - warten wir den morgigen Tag ab." In der Praxis sei Mödlhammers Vorschlag "schwer umsetzbar", meinte Schmied - vor allem, weil dabei auch das derzeit in Verhandlung befindliche Dienst- und Besoldungsrecht der Lehrer betroffen sei. Wenn es aber jetzt ad hoc nicht möglich sei, rechtliche Maßnahmen zu setzen, "konzentrieren wir uns pragmatisch auf die Bund-Länder-Vereinbarungen, um den Erhaltern Sicherheit zu geben".

Die Ministerin hatte bereits in der Vorwoche erklärt, dass es zu keinen Änderungen bei den Voraussetzungen für die Einrichtung von Nachmittagsbetreuung bzw. verschränkter Ganztagsschule mit einem Wechsel aus Unterricht, Freizeit und Betreuung kommen werde: Bei 15 Anmeldungen für eine Nachmittagsbetreuung hätten die Eltern einen Rechtsanspruch darauf, für die verschränkte Form werde weiter eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Eltern und Lehrer der betreffenden Klasse nötig sein.

"Mir ist wichtig, dass wir bei den ganztägigen Schulformen weiterkommen", betonte Schmied. Man sehe in der Praxis, dass Ganztagsschulangebote dort, wo sie eingeführt wurden, von den Eltern positiv angenommen würden. Wo es nicht möglich sei, eine ganze Schule als Ganztagsschule einzurichten, setze sie auf Ganztagsklassen als eine Art Vorbild für die anderen.