Erstellt am 03. Juni 2013, 15:12

Schmied macht bei Lehrerdienstrecht Druck. Kein Verständnis hat Unterrichtsministerin Schmied für weitere Verzögerungen beim Lehrerdienstrecht. "Mich irritiert, wenn ich höre, wir haben noch zwei, drei, vier Jahre Zeit", so Schmied am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz. Das sehe sie nicht so. "Das wäre mir zu sehr Warten auf Godot und der kommt nicht."

Die Ankündigung von Bundeskanzler Faymann, sich bei den Verhandlungen demnächst einzuschalten, verstehe sie als Unterstützung, so Schmied. Sie habe immer gesagt, dass Änderungen im Dienst- und Besoldungsrecht als Regierungsvorhaben gesehen werden müssten. Als einzelne Fachministerin könne sie das nicht schaffen. Allein seit Mai 2012 habe es 27 Verhandlungsrunden gegeben. "Daher ist es wichtig, dass Kanzler und Vizekanzler dahinterstehen und dem Nachdruck verleihen."

Ein Beschluss des Dienstrechts ohne Zustimmung der Gewerkschaft nannte Schmied eine "Option". "Ich fände es aber traurig, wenn es dazu kommen müsste." Wo Wettbewerbsbedingungen wie etwa in der Industrie herrschten, denke die Gewerkschaft diese mit und bezöge sie in die Verhandlungen mit ein, "weil das Gesamtinteresse im Auge behalten wird", so Schmied. Sie appellierte an die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) daher, "die Zukunft des öffentlichen Dienstes mitzubedenken": "Wenn wir keinen starken öffentlichen Dienst haben, arbeiten wir dem Neoliberalismus zu."

Auf gutem Weg sieht Schmied die Vorbereitungen zur 2014/15 an den allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) und 2015/16 an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) startenden neuen Reifeprüfung. Mittlerweile nehmen 88 Prozent der AHS und 21 Prozent der BHS - das ist insgesamt etwas mehr als die Hälfte aller Schulen - an den laufenden Schulversuchen dazu teil und absolvieren mindestens ein Fach nach dem Zentralmatura-Schema.

Ab dem Schuljahr 2014/15 (AHS) bzw. 2015/16 (BHS) müssen alle Maturanten die neue "Standardisierte Reife- und Diplomprüfung" ablegen, deren Kern landesweit idente, von zentraler Stelle vorgegebene Maturabeispiele beim schriftlichen Teil vorsieht. Außerdem muss davor eine sogenannte vorwissenschaftliche Arbeit verfasst werden, die am Beginn des Sommersemesters im letzten Schuljahr (AHS) bzw. einen Monat vor den Klausuren (BHS) abgegeben werden muss. Für die mündlichen Prüfungen stellen die Fachlehrer der Schule für jeden Gegenstand mindestens drei und maximal 24 Themen zusammen. Daraus zieht der Schüler zwei Themen und muss sich für eines entscheiden.