Erstellt am 16. Juni 2011, 15:45

Schmied: "Mittlere Reife" darf keine Hürde sein. Die "Mittlere Reife", deren Einführung die Wirtschaftskammer (WKÖ) in ihrem Bildungskonzept für alle Schüler nach fünf Jahren AHS bzw. Neuer Mittelschule fordert, darf "keine weiteren Hürden und Barrieren in der Bildungskarriere Jugendlicher aufbauen", betonte Unterrichtsministerin Claudia Schmied.

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Die Regierung fasst eine solches Zertifikat nur als Abschluss einer aufgewerteten Polytechnischen Schulen ins Auge.

Geht es nach der WKÖ, soll die "Mittlere Reife" darüber entscheiden, ob jemand die AHS, BHS oder eine neu einzurichtende "Berufsakademie" mit akademischem Abschluss für Lehrlinge besuchen kann. Schmied verwies unterdessen auf das "vorbildhafte Zukunftsmodell" der "Lehre mit Matura", das Lehrlingen kostenlos ermöglicht, sich parallel zur Lehre auf die Reifeprüfung vorzubereiten. "Das verhindert Bildungs-Sackgassen, sichert Chancengleichheit und macht das weltweit anerkannte duale Ausbildungssystem Österreichs noch einmal attraktiver für junge Menschen", hob Schmied hervor.

Laut der jährlichen Erhebung der Teilnehmerzahlen haben im Mai dieses Jahres 7.742 Lehrlinge das Angebot genutzt, das sind 23,6 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2010. Insgesamt wurden bisher 2.305 Teilprüfungen absolviert, die ersten 95 Lehrlinge haben das 2008 gestartete Projekt bereits erfolgreich abgeschlossen und die Matura abgelegt.

Die Berufsreifeprüfung besteht aus vier Teilprüfungen (Deutsch, lebende Fremdsprache, Mathematik und ein Fachbereich aus dem jeweiligen Lehrberuf), von denen drei bereits vor der Lehrabschlussprüfung abgelegt werden können. Zur letzten Teilprüfung kann man mit Erreichen des 19. Lebensjahres antreten.

Die meisten Teilnehmer gibt es in Oberösterreich (1.785; 2010: 1.283), Wien (1.424; 1.235), Steiermark (1.355; 1.174) und Kärnten (835; 670). In Salzburg bereiten sich 751 Lehrlinge parallel auf die Matura vor (2010: 694), in Tirol 711 (585), in Niederösterreich 701 (501) und im Burgenland 122 (106). Am geringsten ist die Teilnehmerzahl am geringsten (58; 14).