Erstellt am 28. August 2013, 14:14

Schmied steht beim Thema Ganztagsschule alleine da. Gegen die von Unterrichtsministerin Schmied geforderte Absenkung der Hürde für die Führung von verschränkten Ganztagsschulen sprechen sich Eltern-, Lehrer- und Schüler-Vertreter sowie die ÖVP aus. VP-Bildungssprecherin Marek betonte im ORF-Radio, dass für ihre Partei dies nicht infrage komme. Sie bezeichnete dies als "Zwangsbeglückung von Kindern und Eltern" und als "Kommunismus in Reinkultur".

Auch Theodor Saverschel, der Vorsitzende des Bundesverbands der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen, spricht sich für einen Verbleib der Vetomöglichkeit für ein Drittel der Lehrer aus. "Wenn die qualifizierte Mehrheit eine Ganztagsschule möchte, dann soll es auch geschehen. Nur wenn es jetzt knapp über 50 Prozent sind, kann man sich auch vorstellen, dass die anderen, die Unterlegenen, dem ganzen nicht zugetan sind", sagte Saverschel im "Mittagsjournal". Eine einfache Mehrheit würde zu viele Eltern und Schüler zwangsverpflichten.

Ablehnung auch von Lehrergewerkschafter Paul Kimberger (FCG), der keinen Grund sieht, an der Schulpartnerschaft zu rütteln, das habe sich bewährt. "Für mich besteht jetzt kein Zwang, irgendetwas an diesem Abstimmungsmodus zu ändern, die Wünsche einer Unterrichtsministerin stehen hier nicht im Vordergrund", so Kimberger.

Die VP-nahe Schülerunion begrüßt grundsätzlich den Ausbau der Ganztagsbetreuung. Die Entscheidung darüber müsse aber an jedem Standort auf freiwilliger Basis gefällt werden. Die Notwendigkeit einer Zweidrittelmehrheit müsse bestehen bleiben, aber auch die Miteinbeziehung der Schüler gesetzlich verankert werden, heißt es in einer Aussendung der Schülervertreter.

Unterrichtsministerin Schmied hatte sich im Ö1-Morgenjournal für eine Absenkung der Hürden für die Führung von verschränkten Ganztagsschulen ausgesprochen. Derzeit müssen zwei Drittel der betroffenen Eltern und Lehrer der Einrichtung solcher Ganztagsklassen, die einen mehrmaligen Wechsel von Unterrichts-, Lern- und Freizeit am Tag bieten, zustimmen. Derzeit werden nur knapp zwei Prozent der AHS-Unterstufenschüler in dieser verschränkten Form unterrichtet.