Erstellt am 20. November 2012, 20:17

Schmied will bei Lehrern auf Quereinsteiger setzen. Zwischen 2012 und 2025 geht mehr als die Hälfte der rund 100.000 Lehrer in Pension, pro Jahr werden 3.000 bis 4.500 Junglehrer benötigt.

Gleichzeitig soll mit der Reform der Lehrerausbildung mit dem System Bachelor/Induktionsphase/berufsbegleitendes Masterstudium die Ausbildungsdauer steigen. Um Engpässe zu vermeiden, will Unterrichtsministerin Schmied verstärkt auf Quereinsteiger setzen. "Wenn alles gut geht" soll die Reform im ersten Quartal 2013 im Nationalrat beschlossen werden und "eine neue Ära" einläuten, so die Ministerin. Künftig müssen alle Lehrer ein vierjähriges Bachelorstudium und eine ein- bis zweijährige Induktionsphase mit Einführung in die Praxis durch erfahrene Kollegen sowie als Voraussetzung für eine Fixanstellung ein Masterstudium abschließen.

Die Pläne der Regierung sehen vor, dass künftig Lehrer nicht mehr für Schultypen, sondern für die zu unterrichtenden Altersgruppen ausgebildet werden. Lehrer für Hauptschulen bzw. künftig Neue Mittelschulen und AHS sollen also dieselbe Ausbildung erhalten. Er hoffe, dass mit diesem Schritt "auch manche eng geführte Strukturdebatte" in den Hintergrund trete, so Wissenschaftsminister Töchterle in Anspielung auf den Regierungsstreit Gesamtschule versus differenziertes Schulsystem.

Die Aufteilung der Lehrer in unterschiedliche Institutionen soll mit der Reform ebenfalls aufgebrochen werden: "Das Runterschauen auf den anderen muss aufhören", so Schmied. Derzeit sind die Unis für die (Magister-)Ausbildung von Lehrern an AHS und berufsbildenden höheren Schulen zuständig, die PH hingegen für die Lehrer für Volks-, Haupt-, Sonder-, Berufs- und Polytechnische Schulen, die "nur" mit einem Bachelor abschließen.

Die Institutionen sollen sich auf ihre jeweiligen Stärken konzentrieren, forderte Schmied. In der Praxis heißt das, dass sich die PH weiter um die Volksschullehrer und die Unis um die Ausbildung der BHS-Lehrer in allgemeinbildenden Fächern kümmern sollen. In der Sekundarstufe I (Hauptschule, Neue Mittelschule, AHS) sollen indes Doppelgleisigkeiten durch Kooperationen abgebaut werden. Sprich: Die allgemeinbildenden Fächer werden, wo es eine Uni gibt, an der Uni unterrichtet und die PH ist für den Praxisbezug zuständig. Schmied spricht von einem "Best of", für Töchterle ist es "ein Qualitätssprung, dass Fachlehrer künftig immer in Hinblick auf die Fachwissenschaften ausgebildet werden".