Erstellt am 30. August 2013, 15:12

Schmied will Ganztagsschulen weiter forcieren. Geht es nach Unterrichtsministerin Schmied, soll in der nächsten Legislaturperiode jede zweite Pflichtschule in eine Ganztagsschule umgewandelt werden.

Dazu müsse in Infrastruktur investiert werden, unterstützte sie am Freitag anlässlich des Schulstarts am Montag Bundeskanzler Faymanns Forderung, die eben erst verdoppelten Mittel von 160 Mio. Euro pro Jahr bis 2018 auf 320 Mio. Euro zu erhöhen. Ziel müsse sein, dass jede Familie mit sechs- bis 14-jährigen Kindern in einer zumutbaren Entfernung einen ganztägigen Schulplatz finde. "Die Eltern sollen echte Wahlfreiheit haben", betonte Schmied, "das heißt nicht, ich muss bitten und betteln in Abstimmungen". Das Argument der ÖVP, dass es gar nicht genug Pädagogen für einen raschen Ausbau gebe, ließ sie nicht gelten. Immerhin würden in einer Ganztagsschule nicht den ganzen Tag unterrichtet, sondern im Freizeitteil auch Freizeitpädagogen, Sportler und Künstler eingesetzt. "Dann soll man doch sagen, man will es nicht", so Schmied in Richtung des Koalitionspartners.

ÖVP gegen "Zwangsbeglückung"

Die ÖVP erteilte dem Wunsch von Schmied eine Abfuhr. "Wir bekennen uns klar zum Ausbau der ganztägigen Schulformen. Aber eine Zwangsbeglückung der Schülerinnen und Schüler kommt für die ÖVP nicht in Frage", betonte Bildungssprecherin Marek und warf Schmied vor, "mit voller Ideologie Wahlkampf pur" zu betreiben.

Das Ansinnen von Wiens Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl in der Tagezeitung "Presse", die Ganztagsschule als Regelschule einzuführen und Halbtagsschule nur noch als ergänzendes Angebot an Privatschulen zuzulassen, qualifizierte Marek gar als "verhaltensoriginell". Auch vom BZÖ kam "ein klares Nein zu den Zwangstagsschulfantasien" Brandsteidls. Eine Ganztagespflicht sei "sozialistische Gleichmacherei ohne Sinn", so BZÖ-Bildungssprecherin Haubner.

Die Proponenten des Bildungsvolksbegehren wollen unterdessen auch im neuen Schuljahr "nicht locker lassen". Nachdem es gelungen sei, die Bildung zu einem zentralen Thema zu machen, "erhoffen wir durch den erhöhten Druck auf die Politik, dass das längst Notwendige doch endlich angepackt wird", sagte Volksbegehrens-Initiator Hannes Androsch.