Erstellt am 26. September 2011, 11:22

Schütz fordert fixe Zusage für Hochschul-Milliarde. Skeptisch zeigt sich der Rektor der Medizinischen Universität Wien, Wolfgang Schütz, über die von Wissenschaftsminister Töchterle in Aussicht gestellte Hochschulmilliarde.

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Von der Ankündigung alleine "haben wir als Kaufleute, als die wir tätig sein müssen, nicht sehr viel", sagte Schütz im Gespräch. "Wir wollen das möglichst bald abgesichert schriftlich haben".

Schütz fordert zudem, dass "ein Großteil" der angekündigten Mittel den Universitäten zugute kommt. Ohne Studiengebühren und Zulassungsbeschränkungen wären die zusätzlichen Mittel aber ohnedies nur "hinausgeworfenes Geld". Von der Bedeutung her hält der Rektor dabei Zulassungskriterien - wie sie die MedUni hat - wichtiger als Studiengebühren. Aber Studienbeiträge würden zusätzliche Mittel bringen, die seien aufgrund der schwachen Dotierung der Unis notwendig. Durchaus interessant hält Schütz die in Töchterles Studiengebühren-Modell vorgesehene Möglichkeit, von Studenten aus Nicht-EU-Ländern unbegrenzt Studiengebühren verlangen zu können.

Der Uni-Chef erinnert daran, dass Töchterle immer von einer Hochschulmilliarde spricht, also der ganze tertiäre Bildungssektor davon profitieren soll. "Die Frage ist also, was für die Unis selbst überbleibt", so Schütz, der "einen Großteil" des Geldes für die Unis reklamiert. Denn schließlich würden diese überwiegend öffentlich finanziert, während die Fachhochschulen im hohen Maße Mittel außerhalb des Bundesbudgets erhielten, etwa Studienbeiträge oder von den Ländern.

Mit der designierten Rektorin der Akademie der bildenden Künste, Eva Blimlinger, stimmt Schütz überein, dass "der Stellenwert der Matura als Kriterium für die Aufnahme an die Uni zu hinterfragen ist" - vor allem angesichts der unterschiedlichen Qualität der Reifeprüfung an den einzelnen Schulen. Die geplante Zentralmatura sei der richtige Weg, wirke allerdings erst mittelfristig. "Wenn dagegen für alle Studien Zulassungskriterien existieren würden, könnte man überlegen, ob man die Matura noch als Voraussetzung für die Uni benötigt", so Schütz.