Erstellt am 09. Juli 2014, 07:01

von Wolfgang Millendorfer

Schul-Streit ohne Ende. 30 Schulen haben keinen „eigenen“ Direktor mehr. Nach Gemeinde-Protesten kracht es auch zwischen SPÖ und ÖVP.

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Die Meldung, die vom Landesschulrat kurz vor Ferienbeginn verlautet wurde, lässt immer noch die Wogen hochgehen: Wie berichtet, wird es im Land ab September um 30 Schuldirektionen weniger geben (siehe unten).

Betroffen von den Zusammenlegungen sind vor allem Gemeinden im Mittel- und Südburgenland. Besonders heftig fielen die Proteste in den Bezirken Güssing und Jennersdorf aus. Dort wurden zuletzt Petitionen gegen den Erlass gestartet.

Niessl: Kein „Zurück an den Start“ mehr

Längst ist die Debatte in der Politik angekommen: Obwohl SPÖ und ÖVP – ebenso wie der amtsführende Landesschulratspräsident Gerhard Resch – die Maßnahme grundsätzlich als sinnvollen Sparkurs in der Verwaltung sehen, fordert Landesvize Franz Steindl nun von Landeschef Hans Niessl, die Regelung zurückzunehmen und neu zu verhandeln: „In manchen Fällen gibt es zwar sachliche Gründe für die Zusammenlegung, aber an jedem Standort hätte es Gespräche mit den Betroffenen geben müssen“, so Steindl.

Ein Zurück an den Start kommt für Niessl indes nicht in Frage: „Das Modell läuft auch in anderen Ländern erfolgreich. Es geht darum, das Geld in die Klassenzimmer zu bringen.“

Dass den Schulen die Entscheidung nur via E-Mail mitgeteilt worden war, kritisiert auch Niessl. Steindl allerdings wirft der SPÖ „Gedächtnisschwund“ vor: Der VP-Chef habe selbst zugestimmt – was Steindl wiederum verneint. Aus den Protokollen geht hervor, dass es zu dem Thema Gespräche gab; da es sich um ein Bundesgesetz handelt, habe es aber keinen Regierungsbeschluss gegeben.


Gesetzesänderung

  • Laut Nationalratsbeschluss zum Landeslehrer-Dienstrecht ist es möglich, dass ein Schulleiter eine oder mehrere Pflichtschulen mitbetreut.

  • Nach den Plänen des Landesschulrates werden im Burgenland ab September 22 Direktoren 30 Standorte mitbetreuen.