Erstellt am 09. September 2013, 12:11

Schulbeginn mit Kampagnen zum Lehrerdienstrecht. Rechtzeitig zum Schulbeginn in ganz Österreich fahren Regierung und Gewerkschaft in Sachen Lehrerdienstrecht ihre Info-Geschütze auf.

Das Unterrichtsministerium versendet an alle Schulen und Lehrer "Schulnews Spezial" und schaltet zusätzlich eine Info-Hotline frei, die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst kontert mit einer Sonderausgabe ihres Mitgliedermagazins.

Wenig überraschend informieren Ministerium und GÖD zwar über den gleichen Dienstrechtsentwurf, kommen aber zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die "Schulnews" des Ministeriums nennt Ziele und Maßnahmen der Reform zur "Steigerung der Attraktivität" des Lehrerberufs, führt die "wichtigsten Eckpunkte im Detail" und Einkommensvergleiche zwischen altem und neuem System an und widmet sich dann Fragen und Antworten zum Thema Dienstrecht.

Die Gewerkschafter beeindruckt die Ministeriums-Info wenig: "Wir kennen die Propaganda der Claudia Schmied, deshalb sehe ich das mit großer Gelassenheit. Eine Unwahrheit wird nicht zur Wahrheit, nur weil sie oft wiederholt wird", so der Vorsitzende der ARGE Lehrer in der GÖD, Paul Kimberger.

Die GÖD weckt mit ihrer Info-Broschüre umgekehrt gleich einmal Titanic-Assoziationen: Mit einem Eisberg wird symbolisiert, dass dem sichtbaren Teil der Lehrerarbeit ("Unterricht in der Klasse") ein weitaus größerer Teil an "unsichtbarer" Arbeit gegenübersteht.

Gesetzesnovelle für AHS-Lehrer "völlig inakzeptabel"

Mit den AHS-Lehrern hat mittlerweile auch die erste Lehrergruppe eine Stellungnahme zur geplanten Gesetzesnovelle verfasst und halten diese wenig überraschend für "völlig inakzeptabel". Hauptstoßrichtungen der Kritik: Einerseits müsse die Unterrichtsverpflichtung wieder auf das bisherige Ausmaß gesenkt werden, andererseits müsse für den AHS-Bereich ein Masterstudium als Zuordnungsvoraussetzung vorausgesetzt werden.

Die Regierung hatte vor knapp vier Wochen ohne Zustimmung der Gewerkschaft einen Gesetzesentwurf in Begutachtung geschickt. Vorgesehen ist ein einheitliches Dienstrecht für alle neu eintretenden Pädagogen ab 2019/20. Es sieht eine Erhöhung der meisten Unterrichtsverpflichtungen auf 24 Stunden vor, höhere Anfangsgehälter samt einer späteren Verflachung der Gehaltskurve, neue Regeln für Zulagen, verpflichtende Fortbildung für alle Lehrer, eine Neugestaltung des Berufseinstiegs sowie ein Aus für die Pragmatisierung.