Erstellt am 14. August 2012, 12:29

Schulen für Schmied nicht an Olympia-Pleite schuld. Unterrichtsministerin Schmied will nichts mit den Misserfolgen heimischer Sportler bei Olympia zu tun haben: "Ich weise das dezidiert zurück", meinte sie zur neuaufgeflammten Diskussion um zu wenige Turnstunden im Schulunterricht.

Turnen statt Rückenschmerzen – und das schon in der Schule  |  NOEN

Wären die Spiele in London für Österreich erfolgreich gelaufen, hätte auch niemand gesagt, das liege am Sportunterricht, so die Ministerin am Dienstag im Ministerrat. Für Schmied haben Bewegung und Sport in der Gesellschaft einen ebenso wichtigen Faktor wie Kunst und Kultur. Nur weil es jetzt aber bei Olympia keine Erfolge gegeben habe, sei es nicht sinnvoll, reflexartig nach irgendeinem Schuldigen zu suchen.

Dem Wunsch von Sportminister Darabos, eine tägliche Turnstunde zu etablieren, schloss sich die Ministerin nicht an. Dies sei eine Frage des Stundenplans, meinte Schmied ausweichend. Gesundheitsminister Stöger wollte sich in die Debatte um die tägliche Turnstunde sichtlich nicht einmischen.

Vizekanzler Spindelegger erwartet sich hingegen, dass nach dem Debakel in London von den zuständigen Ministern, also Darabos und Schmied, ein Konzept auf den Tisch gelegt werde, wie man den Sport schon von Jugend an fördern könnte. Wunder würde sich der ÖVP-Chef von einer täglichen Turnstunde, die er an sich gut fände, aber nicht erwarten.

Für Anja Richter als Vizepräsidentin des ASKÖ-Landesverbands WAT ist auch das Schulsystem der Zukunft gefordert, für ausreichend Sport und Bewegung zu sorgen. Die Olympia-Vierte im Synchronspringen vom Turm 2000 in Sydney verweist auf das steigende Übergewicht in der Bevölkerung.

Wer die tägliche Sportstunde fordere, müsse die ganztägige Schule fordern, heißt es aus dem Büro von Schmied. Eine tägliche Sportstunde sei nur im Rahmen der Schulautonomie oder in der Tagesbetreuung an Ganztagsschulen - auch in Kooperation mit Sportvereinen - möglich.