Erstellt am 23. Mai 2013, 13:51

Schulreife soll mehr von Deutschkenntnis abhängen. Deutschkenntnisse sollen künftig größeren Einfluss darauf haben, ob Kinder als schulreif eingestuft werden.

Diese Maßnahme ist Teil des seit längerem angekündigten Sprachförderungsmodells, auf das sich Unterrichtsministerin Schmied und Integrationsstaatssekretär Kurz am Mittwoch geeinigt haben und das am Donnerstag gemeinsam von ihnen präsentiert wurde.

Ziel des Modells ist es, die Bildungschancen von Kindern mit Sprachproblemen zu verbessern, denn: "Dass wir besser werden müssen, ist für mich keine Frage, sondern ein Faktum", so Schmied. Vorgesehen ist unter anderem ein Informationsaustausch von Kindergarten und Volksschule über die Deutschkenntnisse des Kindes. Die Entscheidung, ob ein Kind mit Sprachproblemen dann in einer eigenen Vorschulklasse, einer zeitlich befristeten Sprachfördergruppe oder in einem Mischmodell sein Deutsch verbessern soll, trifft der jeweilige Schulleiter, der dazu vom Unterrichtsministerium Diagnoseinstrumente erhält.

"Außerordentlicher Schülers" als eigener Status

Nach dem Schulpflichtgesetz gehören derzeit nur jene Kinder in die Vorschule, die dem Unterricht in der 1. Klasse vermutlich nicht folgen können, "ohne körperlich oder geistig überfordert zu werden". Der angekündigte Erlass besagt allerdings, dass künftig die Unterrichtssprache Deutsch besonders berücksichtigt werden muss. Für Kinder und Jugendliche mit ausreichender "geistiger Reife", die Deutschprobleme haben, gibt es derzeit den Status des außerordentlichen Schülers: Sie werden nicht in allen Fächern benotet und erhalten spezielle Sprachförderung.

Ab dem Schuljahr 2013/14 sollen zudem in Modellregionen "unterschiedlichste" Sprachfördersysteme erprobt werden, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung sollen Grundlage für eine allfällige Gesetzesänderung in der nächsten Legislaturperiode sein.

Zusätzliches Geld gibt es weder für die Modellprojekte, bei denen Pädagogische Hochschulen (PH), (Übungs-)Kindergärten und Schulen sowie die Schulaufsicht kooperieren sollen, noch für die anderen kurzfristig geplanten Maßnahmen.