Erstellt am 21. Dezember 2012, 10:29

Schulschwänz-Gesetz für Lehrer "untauglich". Die AHS-Lehrergewerkschaft hält den von der Regierung vorgelegten "Fünf-Stufen-Plan" gegen das Schulschwänzen für "realitätsfremd und deshalb völlig untauglich".

Ein schnelles und wirkungsvolles Eingreifen würde dadurch "verhindert oder zumindest rechtlich fragwürdig", heißt es in der Stellungnahme zum Begutachtungsentwurf des entsprechenden Gesetzes.

Das komplexe Verfahren werde aufgrund diverser Mängel "in wohl keinem Fall rechtskonform bis zur letzten Stufe gelangen, erzeugt aber einen Tsunami an Gesprächen, an denen bestimmte Personen teilzunehmen haben". Als Schulschwänzer soll laut Gesetzesentwurf künftig gelten, wer in einem Semester fünf unentschuldigte Fehltage oder 30 unentschuldigte Fehlstunden bzw. drei aufeinanderfolgende unentschuldigte Fehltage aufweist.

Bei Vorliegen einer solchen Schulpflichtverletzung sind dann in vier Stufen zunächst Gespräche zwischen Schülern, Eltern, Lehrern, Schulpsychologen, Sozialarbeitern und der Schulaufsicht sowie die Einschaltung der Jugendwohlfahrt vorgesehen. Nützt alles nichts, können als fünfte Stufe Geldstrafen bis zu 440 Euro verhängt werden.

Die AHS-Lehrer verlangen eine Verschärfung bei der Definition der Schulpflichtverletzung und monieren unter anderem die zahlreichen vorgeschriebenen Gespräche: "Wie viele Gespräche hätte z.B. der Schülerberater einer mittelgroßen Schule nach Meinung der für diesen Entwurf Verantwortlichen pro Jahr in Summe zu führen? Ist daran gedacht, den Schülerberater dafür gänzlich von seiner Unterrichtstätigkeit zu befreien?" Gleichzeitig fragen sie sich, wie man angesichts dieses Aufwands in den Erläuterungen von "verminderten Verwaltungsabläufen" und "vernachlässigbaren finanziellen Auswirkungen" sprechen könne.

Ähnliche Kritik äußert die Pflichtschullehrer-Gewerkschaft. Einerseits sollten Lehrer die Möglichkeit erhalten, schon vor Erreichen der Fehltags-Grenze das Verfahren in Gang zu setzen. Andererseits solle vorgesehen werden, dass die festgesetzten Zeiträume nicht ausgeschöpft werden müssen. Ebenfalls vermisst werden Vorgehensweisen für den Fall, dass Erziehungsberechtigte Gesprächstermine einfach nicht wahrnehmen.