Erstellt am 24. Juli 2013, 00:00

Segen oder Abzocke?. Lehrlingsfonds / SPÖ will Lehrlingsfonds. Wirtschaftskammer erteilt der Idee eine Abfuhr: „Getarnte Erhöhung der Lohnnebenkosten.“

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Von Bettina Eder

BURGENLAND / Die Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie hat ihn, Bundeskanzler Werner Faymann will ihn: Die Rede ist von einem Lehrlingsfonds. Unterstützung bekommt Faymann aus dem Burgenland von Landesrat Peter Rezar: „Ein bundesweiter Lehrlingsfonds würde eine Win-Win-Situation für ausbildungswillige Betriebe und für Lehrlinge darstellen. Österreichweit würde damit um ein Drittel mehr an Finanzmitteln, rund 227 Millionen Euro, für die Lehrstellenförderung zur Verfügung stehen.“ Das Grundprinzip: Alle Betriebe zahlen einen gewissen Prozentsatz ihrer Bruttolohnsumme in einen Fonds, aus dem Unternehmen zusätzlich unterstützt werden, die erfolgreich Lehrlinge ausbilden, ein.

Wenig Freude damit hat die Wirtschaftskammer. Die Idee sei weder neu noch originell. „Die jüngst aufgekommene SPÖ-Idee eines Lehrlingsfonds entspricht einer getarnten Erhöhung der ohnehin schon viel zu hohen Lohnnebenkosten“, kritisiert Wirtschaftskammerpräsident Peter Nemeth. In der Diskussion um den Lehrlingsfonds werde nicht beachtet, dass es die geforderte Umlage bereits über den Insolvenzentgeltfonds gibt, so Nemeth: „Hier zahlen alle Arbeitgeberbetriebe einen Teil der Bruttolohnsumme ein, die Ausbildungsbetriebe werden daraus gezielt gefördert.“