Erstellt am 02. Mai 2011, 11:52

Seniorenrat kritisiert Zwangspensionierungen. Der Seniorenrat will eine Kampagne gegen "Zwangspensionierungen" starten und hat dabei Medienunternehmen im Visier. Die Präsidenten Blecha und Khol stellten am Montag vor allem den ORF an den Pranger, unterstützt vom Präsidenten des Österreichischen Journalistenclubs (ÖJC), Fred Turnheim. Der Seniorenrat fordert deshalb Gesetzesänderungen.

Der Seniorenrat will eine Kampagne gegen "Zwangspensionierungen" starten und hat dabei Medienunternehmen im Visier. Die Präsidenten Blecha und Khol stellten am Montag vor allem den ORF an den Pranger, unterstützt vom Präsidenten des Österreichischen Journalistenclubs (ÖJC), Fred Turnheim. Der Seniorenrat fordert deshalb Gesetzesänderungen.

Unternehmen, auch Medien, die Mitarbeiter aus Altersgründen kündigen bzw. vorzeitig in Pension schicken, verstößen gegen Gleichbehandlungsgesetz und Verfassung, so der Tenor. Der ORF dränge Menschen "lange vor Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters" aus dem Unternehmen, so Khol. Dies sei ein "verfassungswidriges Verhalten", wobei gerade von einem öffentlich-rechtlichen Unternehmen zu erwarten sei, "dass es sich anders verhält als ein privatwirtschaftliches". Auch der "Kurier" wurde mit Kritik bedacht, denn im Zuge des Abbaus von 36 Mitarbeitern seien 15 Personen über 50 betroffen. "Das sind eindeutige Alterskündigungen, und die sind in Österreich verboten", so Turnheim.

Beim ORF sprach Turnheim von geschätzten hundert Mitarbeitern der Jahrgänge 1949 und 1950, denen "zum Geburtstag" das Kündigungsschreiben geschickt worden sei - alles "ausschließlich Leute, die weiterarbeiten wollen". Vom Betriebsrat gebe es auch keine Unterstützung, klagte der selbst betroffene Turnheim. Blecha und Khol finden diese Entwicklung beunruhigend, denn Medien hätten eine besondere Vorbildfunktion.

Khol verlangte deshalb etwa eine "Umkehr der Beweislast", sprich, wenn ein Unternehmen einen älteren Arbeitnehmer kündigt, solle es beweisen müssen, dass dies nicht aus Altersgründen geschehe. Blecha will unter anderem auch eine Verschärfung des Kündigungsschutzes für ältere Arbeitnehmer.