Erstellt am 22. Februar 2012, 00:00

„Situation ist kritisch“. NEUSIEDL-PRÜFBERICHT / Der BVZ liegt exklusiv der Bericht der Gemeindeabteilung zur Finanzmisere in Neusiedl am See vor.

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Dass es um die Stadtkassen in Neusiedl am See nicht gut bestellt ist, war schon seit Längerem bekannt und ist von Bürgermeister Kurt Lentsch (Zweiter Landtagspräsident, ÖVP) auch oftmals bestätigt worden.

Ein der BVZ exklusiv vorliegender Prüfbericht der Gemeindeabteilung bringt die Fakten nun schwarz auf weiß. Fazit: Die Finanzsituation wird als „äußerst kritisch“ eingestuft.

Nicht nur wurden bei der Überprüfung jede Menge offene Rechnungen vorgefunden – der Schuldenstand durch Darlehensverpflichtungen lag am Überprüfungstag bei mehr als 19 Millionen Euro, die jährliche Belastung bei zwei Millionen Euro (siehe Faksimile). Dazu kommen noch rund 18 Millionen Euro an Haftungen für ausgelagerte Gesellschaften der Stadtgemeinde.

„BEGAS-Gelder“ müssen für  Schulden verwendet werden

Dazu kommen Einnahmenrückstände von insgesamt mehr als 1,8 Millionen Euro – etwa bei der Verpachtung des Hallen- und des Seebades sowie des Sportzentrums (566.848 Euro) oder bei Betriebskosten und Vermietungen für den Sportverein (gesamt mehr als 167.000 Euro).

Aufgrund der prekären Lage ist Neusiedl am See auch die einzige Gemeinde, der per Regierungsakt die Auflage erteilt wurde, die Gelder aus dem Verkauf der BEGAS-Anteile (siehe Artikel auf Seite 3) für die Schuldentilgung und zur Bezahlung offener Rechnungen zu verwenden.

Für die desolaten Freizeitbetriebe musste übrigens ein Darlehen über vier Millionen Euro aufgenommen werden, von dem die Hälfte bereits verbraucht ist.