Erstellt am 03. Januar 2012, 13:56

Skepsis in der SPÖ zu Eurofighter-Verkauf. Der Vorschlag von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter, die Eurofighter zu verkaufen, stößt nicht nur bei Verteidigungsminister Norbert Darabos auf Ablehnung. Auch in den Landesparteien zeigt man sich skeptisch.

Kräuter hatte davon gesprochen, dass er für seinen Vorschlag "durchaus Zustimmung" gefunden habe, ein Rundruf der APA zeigt aber ein anderes Bild.

Der Kärntner SPÖ-Vorsitzende Peter Kaiser wollte am Dienstag zur Auseinandersetzung um die Eurofighter nicht direkt Position beziehen. "Ich war von Anfang an ein Gegner des Ankaufs der Eurofighter mitsamt den dubiosen Gegengeschäften, daran hat sich nichts geändert", erklärte er. Unter den Funktionären war inoffiziell aber Unmut über den Vorstoß des Bundesgeschäftsführers zu hören.

Der steirische SPÖ-Vorsitzende und Landeshauptmann Franz Voves hält die Äußerungen seines Landsmanns Kräuter überhaupt für eine "persönliche Meinung", die er nicht weiter kommentieren wolle, ließ Voves durch einen Sprecher mitteilen.

Mit Zurückhaltung begegnet man auch in der SPÖ Vorarlberg dem Eurofighter-Verkaufsvorschlag von Kräuter. Landesgeschäftsführer Reinhold Einwallner erklärte, er sei "skeptisch, ob 's geht". Immerhin sei die Verpflichtung zur Luftraumverteidigung vorgeschrieben, und Verteidigungsminister Darabos habe sich bereits bemüht, die Stückzahl der Fluggeräte so gering wie möglich zu halten. Man müsse daher achtgeben, keinen Verfassungsbruch zu verursachen.

Der Tiroler SP-Chef Hannes Gschwentner sieht zwar "viele Sympathien" für den Vorstoß von Kräuter, die Eurofighter-Abfangjäger feil zu bieten. Gleichzeitig fehlen Gschwentner in dem Vorschlag aber einige Details. Unter anderem müsse zunächst geklärt werden, wie man sie "ohne große Verluste loswerden und gleichzeitig eine anderweitige Luftraumüberwachung im Sinne der Neutralität bewerkstelligt werden" könne, hieß es aus dem Büro von Gschwentner.