Erstellt am 12. September 2012, 00:00

Skeptische Florianis. Wehrpflicht-Debatte / Feuerwehr-Mitglieder sehen die geplante Jahresprämie für Milizsoldaten kritisch: „Macht nicht gerade ein gutes Bild.“

 |  NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)
Von Wolfgang Millendorfer

Die Frage ist klar: „Berufsheer oder Wehrpflicht“, wird es im Jänner heißen, wenn das Volk über die Zukunft des Bundesheeres abstimmen darf. Für Verteidigungsminister Norbert Darabos ist der Weg aber noch mit Fragezeichen gepflastert.

Eine Front hat sich nun im Bereich des Freiwilligendienstes aufgetan: Dass Milizsoldaten künftig mit einer Jahresprämie von 5.000 Euro entschädigt werden sollen, stößt vor allem in Feuerwehrkreisen so manchem sauer auf. „Wenn von zwei Organisationen, die im Katastropheneinsatz dieselbe Arbeit leisten, eine bezahlt wird und die andere nicht, dann sorgt das sicher für Unruhe“, meint etwa Johann Gombay, Bezirksfeuerwehrchef in Neusiedl am See.

„5.000 Euro sind zu viel“, schlägt Jennersdorfs Bezirksreferent Eduard Erber in dieselbe Kerbe. Michael Halwachs von der Stadtfeuerwehr Pinkafeld schlägt deshalb Steuererleichterungen für Freiwillige vor: „Das wäre auch eine Anerkennung für den Dienst am Nächsten.“ Wobei Burgenlands Landesfeuerwehrkommandant Alois Kögl unterstreicht: „Eine Entlohnung war im Feuerwehrwesen noch nie ein Thema.“

Darabos sieht die 5.000 Euro für Milizionäre als „angemessene Entschädigung für den hohen persönlichen Aufwand“ und will „keine Neid-Debatte“.

Auch Kögl weist auf die funktionierende Zusammenarbeit hin, meint aber: „Ich sehe das als moralische Frage: Die einen lassen ihre Arbeit zugunsten des Dienstes am Nächsten liegen; die anderen verdienen damit.“