Erstellt am 08. April 2015, 06:25

von Wolfgang Millendorfer

Sorgen um Ackerland. Raumordnung / Bauernbund warnt vor „schleichendem Verlust“ von Anbauflächen. In der Praxis gibt es bereits strenge Bestimmungen.

»Für den ländlichen Raum«: Landesrat Andreas Liegenfeld, Nationalrat Nikolaus Berlakovich, Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Stefan Hautzinger und Kammer-Direktor Otto Prieler (v.l.). Foto: Millendorfer  |  NOEN, Millendorfer
Obwohl die Auswirkungen erst in Jahrzehnten spürbar sein könnten, schlägt die Landwirtschaft Alarm: Bauernbund, Agrarpolitik und Kammer wiesen bei der Präsentation des Programms für den ländlichen Raum auch auf die weniger werdenden Anbauflächen hin.

Zwar zeigt sich ein klarer Überhang landwirtschaftlicher Flächen (Kasten rechts), dennoch wünscht man sich „dass von einer Bewusstseinsbildung zur Umsetzung übergegangen wird. Auch im Burgenland wird täglich in etwa die Größe von drei Fußballfeldern verbaut.“

Gemeinden entscheiden vor Ort über Flächen

Dass für die Nutzung des Bodens in Zahlenform keine gesetzlichen Grenzen festgelegt werden, erklärt sich durch die unterschiedlichen Gemeindestrukturen. Hier verweist Peter Zinggl, Leiter der Stabsstelle Raumordnung, jedoch auf rechtlich verbindliche Normen und das Landes-Entwicklungsprogramm: Großflächige Betriebsgebiete etwa dürfen nur an bestimmten Standorten neu gewidmet werden.

Grundsätzlich liegt die Flächenwidmung in der Gemeindeautonomie. Seitens der Gemeindevertreter betont man, dass es bereits eine Vielzahl an „Einschränkungen“ gebe. Darüber hinaus muss auch der Beirat im Land seine Zustimmung zu einzelnen Projekten erteilen.

Stichwort Flächenwidmung: Für die geplante Erleichterung der Errichtung und Ausweitung von großen Einkaufszentren gab es zuletzt keine Einigung in der Regierung. Die Pläne werden nun auf die nächste Legislaturperiode verschoben.


Das Land in Zahlen

Wohnbauland (Wohn-, Dorf- und Geschäftsgebiet sowie Fremdenverkehr – inklusive unbebauter Flächen): rund 21.470 Hektar

Betriebsbauland: 2.850 Hektar

Bauland-Sondergebiet (etwa Burgen, Kasernen oder Krankenhäuser): rund 90 Hektar

Landwirtschaftlich genutzte Grünfläche: rund 203.800 Hektar

Wald: rund 113.120 Hektar

Quelle: Stabsstelle Raumordnung