Erstellt am 16. September 2013, 16:48

Sozialpartner und Regierung einig zu Kindergarten. Nicht unbedingt spektakulär ist das Zusammentreffen der Sozialpartner-Spitzen mit den Regierungsvertretern beim "Bad Ischler Dialog" verlaufen.

Sozialminister Hundstorfer und Wirtschaftsminister Mitterlehner unterstützten das von Gewerkschaft und Kammern vorgelegte Papier. Einigkeit bestand beim zweiten Kindergartenjahr, dem Ausbau des Ganztagesbetreuungsangebots und des Jugendcoachings. Vor allem in der Schulpolitik soll rasch etwas weitergehen, waren sich Sozialpartner und Minister einig. Mitterlehner erwartet sich in diesem Bereich nach der Wahl "einen Ruck nach vorne". Diskutiert geworden sei lange genug. Vehement wandte er sich gegen eine bloße Debatte über Begriffe - Stichwort Gesamtschule, weil diese sofort jegliche inhaltliche Diskussion erstickten.

Speziell Mitterlehner hob die Bedeutung von Kindergärten und Krippen hervor, sei doch mittlerweile erwiesen, dass die entscheidende Prägung der Kinder in diesem Altersbereich geschehe. Entsprechend unterstützte er wie auch Hundstorfer an sich das verpflichtende zweite Kindergartenjahr, beide jedoch mit der Einschränkung, dass die Finanzierung in dem ein oder anderen Land schwierig sein könnte.

Der Wirtschafts- und Jugendminister pochte ferner auf einen Ausbau der ganztägigen Angebote. Auch in den Ferien müssten Eltern entsprechende Möglichkeiten offen stehen. Angeregt wird auch von Hundstorfer eine verpflichtende, rechtzeitige Berufsberatung in allen Schulen sowie ein Ausbau des Jugendcoachings. Besonders annehmen will man sich der so genannten NEETS, worunter man Jugendliche versteht, die weder in Ausbildung noch in Beschäftigung stehen. Die größte Gruppe unter ihnen sind übrigens laut Sozialminister junge Mütter.

Aus dem Publikum ins Rennen geworfen wurde das Thema un- oder schlecht bezahlte Praktika. Probleme in diesem Bereich leugnete Hundstorfer nicht.