Erstellt am 28. Februar 2012, 09:44

S&P stuft Griechenland weiter herab. Der Druck auf Griechenland wächst. Die mächtige Ratingagentur Standard & Poor's reagierte auf den ausgehandelten Schuldenschnitt mit einer erneuten Abstufung der Kreditwürdigkeit und senkte die schon mangelhafte Note "CC" auf ein "Selective Default", also einen teilweisen Zahlungsausfall. S&P hatte den Schritt bereits angedroht.

Grund ist, dass Griechenland die Anleger notfalls per Gesetz zwingen will, beim Schuldenschnitt mitzumachen. Das sieht S&P kritisch. Die weitere große Ratingagentur Fitch hatte sich ähnlich geäußert.

Die griechische Regierung bemühte sich um Schadensbegrenzung: Die Herabstufung habe keinen Einfluss auf den Bankensektor des Landes, versicherte das Athener Finanzministerium noch in der Nacht. Die Zentralbank und folglich der Euro-Rettungsfonds EFSF hätten vorgesorgt.

Nach Angaben des Präsidenten der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, war die Herabstufung eingeplant und kam "wie erwartet". Diese oder mögliche ähnliche Entscheidungen von Ratingagenturen waren rechtzeitig vorweggenommen und wurden in die Planung zur Privatgläubigerbeteiligung einkalkuliert", sagte Juncker in der Nacht auf Dienstag. Er nehme die Entscheidung von Standard & Poor's "zur Kenntnis".

Die Europäischen Zentralbank (EZB) akzeptiert griechische Staatsanleihen nach deren erneuter Herabstufung durch S&P vorerst nicht mehr als Sicherheiten für Kredite an Banken. Dies teilte der EZB-Rat am Dienstag in Frankfurt mit. Die Versorgung der Banken mit frischem Geld könne über Notkredite durch nationale Notenbanken sichergestellt werden, hieß es.

Wenn genügend Anleihebesitzer ihre Wertpapiere wie vorgeschlagen umtauschen, kann sich die Kreditsituation für Griechenland jedoch schnell wieder entspannen, so S&P. In diesem Fall sei es gut möglich, dass der "teilweise Zahlungsausfall" als abgewendet angesehen werde und die Ratingnote auf ein "CCC" steige, hieß es. Auch das Athener Finanzministerium wies auf den Umstand hin.

Ein Zahlungsausfall ist deshalb problematisch, weil damit Kreditausfallversicherungen fällig werden könnten. Diese sogenannten Credit Default Swaps waren einer der Gründe, warum die Finanzkrise des Jahres 2008 so dramatische Ausmaße angenommen hatte. Damals war es zu einer Kettenreaktion im Finanzsystem gekommen.