Erstellt am 09. Juni 2012, 21:03

Spanien erhält bis zu 100 Milliarden Euro. Spanische Banken erhalten aus EU-Geldern eine Finanzspritze von bis zu 100 Milliarden Euro. Einer entsprechenden Bitte von Spaniens Regierung sei bei einer Telefonkonferenz der Euro-Finanzminister zugestimmt worden, sagte Finanzministerin Maria Fekter am Samstag.

Die Finanzminister der Eurozone haben sich am Samstag in einer Telefonkonferenz mit Vertretern der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB), dem IWF und der spanischen Regierung grundsätzlich darauf geeinigt, dass Spanien bis zu 100 Mrd. Euro EU-Hilfe als "Schutzschirm" für die spanischen Banken erhalten wird. Das bestätigte Österreichs Finanzministerin Maria Fekter (V) am Abend der APA.

"Ich rechne damit, dass Spanien demnächst einen offiziellen Antrag auf Unterstützungen bis zu 100 Milliarden Euro stellen wird", sagte Fekter. Der unmittelbare Rekapitalisierungsbedarf sei auf 40 bis 60 Mrd. Euro geschätzt worden, dazu komme noch beträchtlicher Restrukturierungsaufwand sowie "ein Puffer, damit man das entsprechende Vertrauen von den Märkten wiederbekommt", sagte die Ministerin.

Die genauen Daten würden derzeit noch von unabhängigen Controllern der Beratungsfirmen Roland Berger und Oliver Wyman (USA) ermittelt, um dann mit dem IWF abgestimmt zu werden, sagte Fekter. Ursprünglich sei vorgesehen gewesen, dass diese Daten erst Ende Juni vorliegen sollten, bei der Konferenz sei jedoch darauf gepocht worden, dass die Untersuchungsergebnisse schon bis 21. Juni geliefert werden sollen, wenn die Eurogruppe und der Ecofin offiziell tagen.

Die Höhe der EU-Hilfe für Spanien werde die Zweifel der Märkte am spanischen Bankensystem ausräumen, sagte der spanische Finanzminister Luis de Guindos am Samstagabend in Madrid. In den kommenden Tagen sollen noch die Rahmenbedingungen der neuen Hilfskredite geklärt werden, auch ist noch nicht klar, ob sie aus dem Hilfsfonds EFSF oder dem permanenten Fond ESM kommen sollen. Der Finanzminister betonte, es handle sich um Hilfsgelder ausschließlich für den Finanzsektor, es gebe keine Bedingungen für wirtschaftliche oder Finanz-Reformen.