Erstellt am 05. September 2012, 00:00

Sparkurs in der Schule. FINANZEN / Manche Gemeinde setzt im Schulbereich den Rotstift an. In Oberwart mussten Gymnasiasten sogar putzen.

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VON WOLFGANG MILLENDORFER

Nicht nur den Schülern, sondern auch so manchem Ortschef bereitete der Schulbeginn Sorgenfalten auf der Stirn – denn aufgrund höherer Belastungen müssen die Gemeinden als Schulerhalter immer öfter auf ungeliebte Sparmaßnahmen zurückgreifen.

„Aufgaben der Gemeinde still und heimlich erweitert“

Für finanzielle Zusatzbelastungen sorge unter anderem die steigende Nachfrage in Sachen Nachmittagsbetreuung, meint dazu Gemeindebund-Präsident Leo Radakovits (ÖVP): „Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung hat sich hier der Aufgabenbereich der Gemeinden still und heimlich erweitert.“

Zwar werden der Ausbau der Betreuungseinrichtungen und der Personalbedarf vom Land unvermindert gefördert, einzelne Kosten für die Gemeinden steigen dennoch – „und das kann dann an anderen Ecken eben fehlen“, sagt Radakovits.

Ähnlich sieht es sein SPÖ-Gegenüber, Gemeindevertreterverband-Präsident Ernst Schmid: „Die Gemeinden verwehren sich bestimmt nicht, wenn es um die Kinderbetreuung geht – die steigenden Bedürfnisse verursachen aber natürlich Zusatzausgaben.“ Und deshalb fordern die Gemeindevertreter jetzt eine verstärkte Förderung durch den Bund. Im Büro von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) verweist man auf die Gesamtinvestitionen in die Tagesbetreuung – in Höhe von knapp 6,8 Millionen Euro – sowie auf die laufenden Zuschüsse für Schulbau-Projekte. Und auch im Bereich der Allgemeinbildenden Höheren Schulen sei eine ausreichende Förderung gegeben, heißt es. Kuriose Blüten trieb der Spargedanke aber am Gymnasium in Oberwart: Trotz eines Engpasses bei den Reinigungskräften wurde keine externe Firma angeheuert, sondern die Schüler wurden selbst zum Putzen eingesetzt.

Landes-Förderung: Kleine Einheiten & höhere Kosten

Auf Landesebene sind die Förderungen indes auch in Sparzeiten gleich geblieben, wird vorgerechnet: Im Bereich des Schulbaus unterstützt das Land die Projekte der Gemeinden mit bis zu 20 Prozent der Baukosten; die zusätzlichen Lehrer, die aufgrund kleinerer Schulen aufgenommen werden müssen, bezahlt ebenfalls das Land.