Erstellt am 26. Januar 2011, 12:49

Spendenabsetzbarkeit wird erweitert. Künftig sollen auch Spenden an Umweltschutzorganisationen und die Freiwilligen Feuerwehren absetzbar sein, konkretisierte Finanzminister Josef Pröll am Mittwoch sein zu Weihnachten ankündigtes Vorhaben.

Bisher konnten nur Spenden für mildtätige Organisationen, Entwicklungszusammenarbeit oder Katastrophenhilfe beim Finanzamt geltend gemacht werden.

Das noch zur Verfügung stehende Volumen ist groß: 100 Mio. Euro wurden als Steuerausfall für die abgesetzten Spenden eingeplant, 2009 (Zahlen für 2010 gibt es noch nicht) lukrierten die Spender 20 Mio. Euro. Die Maßnahme sei aber durchaus erfolgreich gewesen, betonte Prölls Pressesprecher Daniel Kapp: Denn das Spendenaufkommen sei 2009 um 30 Mio. Euro gestiegen. Da aber noch viel Geld zur Verfügung steht, arbeiten die Beamten des Finanzministeriums derzeit an der Erweiterung des Kriterienkatalogs.

Die Spendenabsetzbarkeit wurde 2009 eingeführt. Geltend gemacht werden können bis zu zehn Prozent der Einkünfte bzw. des Vorjahresgewinnes. Von dem Bonus profitieren also nur Steuerzahler - und zwar für eine 100-Euro-Spende je nach Steuerklasse mit zwischen 36,50 und 50 Euro.

Insgesamt spendeten die Österreicher 2010 laut dem Fundraising Verband Austria rund 400 Mio. Euro. 28 Prozent Prozent davon bezogen sich auf Projekte für Kinder, 17 Prozent für Tiere, 13 für Katastrophenhilfe im Inland, zwölf Prozent für Kirchen und religiöse Vereinigungen, elf Prozent für Katastrophen im Ausland sowie zehn Prozent für die Bekämpfung des Hungers in der Welt. Spitzenreiter bei den NGOs sind traditionell das Rote Kreuz (ÖRK) und die Caritas.

Dass künftig auch die Freiwilligen Feuerwehren von der Spendenabsetzbarkeit profitieren, wurde am Mittwoch reihum begrüßt. Mehrere ÖVP-Politiker freuten sich in Aussendungen darüber. Die FPÖ sprach von einem "besonders wichtigen Signal im Jahr der Freiwilligen". Das BZÖ will allerdings nicht nur die Feuerwehren, sondern alle Blaulichtorganisationen einbezogen haben.

SPÖ will Evaluierung abwarten
Die SPÖ sieht zwar "gute Gründe", die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden auch auf Blaulicht-, Umwelt- und Tierschutzorganisationen auszuweiten. Aber zunächst sollte man die Evaluierung des Prüfungsbeirates abwarten, meinte SPÖ-Finanzsprecher Jan Krainer am Mittwoch in einer Aussendung.

"Es ist nicht zielführend, alle paar Wochen einer anderen Organisation zu versprechen, in die Liste aufgenommen zu werden, solange der Evaluierungsbericht aus dem Finanzministerium noch nicht vorliegt", übte Krainer Kritik an der jetzigen Ankündigung von Finanzminister Josef Pröll (V), auch die Freiwilligen Feuerwehren und die Umweltschutzorganisationen einzubeziehen. Pröll hat sich in den Regionalmedien Austria laut einer Aussendung vom Mittwoch "sicher" gezeigt, beim Koalitionspartner in Sachen Feuerwehren auf "offene Ohren" zu stoßen.