Erstellt am 15. April 2011, 12:48

Spindelegger laut Politologen vor schwerer Aufgabe. Der neue ÖVP-Obmann Spindelegger steht vor schwierigen Aufgaben. Wenn es ihm und seiner Partei nicht gelingt, bis zur nächsten Nationalratswahl sich neu zu positionieren, droht der Volkspartei größeres Ungemach. Eine entscheidende Frage ist dabei, wie viel Freiraum die Bünde und Länder dem neuem Chef geben. Diese Einschätzung haben die Politologen Thomas Hofer und Peter Hajek geäußert.

Der neue ÖVP-Obmann Spindelegger steht vor schwierigen Aufgaben. Wenn es ihm und seiner Partei nicht gelingt, bis zur nächsten Nationalratswahl sich neu zu positionieren, droht der Volkspartei größeres Ungemach. Eine entscheidende Frage ist dabei, wie viel Freiraum die Bünde und Länder dem neuem Chef geben. Diese Einschätzung haben die Politologen Thomas Hofer und Peter Hajek geäußert.

Spindelegger stehe vor einer "herkulischen Aufgabe", eine Wende sei aber nicht unmöglich, so Hofer. Entscheidend sei, ob die Bünde und Länder aus dem Fall Josef Pröll, der auch an der eigenen Partei gescheitert sei, etwas gelernt haben. Wenn die Vorgehensweise wie unter Pröll bleibt, werde Spindelegger ein ähnliches politisches Schicksal erleiden. Der neue Parteichef müsse daher darauf drängen, eigenmächtig agieren zu können, meinte Hofer.

Auch inhaltlich werde Spindelegger "die eine oder andere heilige Kuh des ÖAAB schlachten müssen". Dass der Niederösterreicher im Gegensatz zu Pröll keine zu großen Erwartungen erwecke, könnte für Spindelegger zum Vorteil sein. Denn wenn er sich die Latte niedriger lege, könne er positiv überraschen. Was das Charisma betrifft, "ist er nicht der Obama der Alpen und wird es auch nicht werden", Spindelegger könne aber durch beständige Arbeit die ÖVP in ruhigere Fahrwasser führen.

Spindelegger müsse aber aufpassen, von der SPÖ und Kanzler Faymann "nicht zu Tode umarmt zu werden". Er müsse den schwierigen Spagat zwischen Harmonie in der Regierung und Eigenpositionierung schaffen.

Ähnlich sieht das auch Hajek. Seiner Meinung nach hat Spindelegger als Außenminister und ÖAAB-Obmann "keine schlechter Figur gemacht". "Ob er seine Ideen umsetzen kann, wird sich weisen." Dass Spindelegger eine gewisse Ähnlichkeit zu Faymann nachgesagt wird, sieht Hajek nicht unbedingt als Problem. Der ÖVP-Chef könne sich durch Themen und Inhalte abgrenzen.